Editorial

Der Weltweite Gebetstag für verfolgte Christen

13. November 2011

Wir rufen alle christlichen Gemeinden dazu auf, einen Sonntag im Jahr einen Gottesdienst im Gedenken an unsere verfolgten Mitchristen und im Gebet für weltweite Religionsfreiheit zu gestalten.

Am Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen nehmen Christen und Gemeinden aus über 100 Ländern auf allen Kontinenten teil, in „freien“ Ländern ebenso wie in den betroffenen Ländern selbst. Sollte kein Gottesdienst zur Verfügung stehen, regen wir an, andere Veranstaltungen in der Woche diesem Thema zu widmen. Einige Gemeinden stellen sogar alle Veranstaltungen einer Woche, also etwa Jugendkreise, Hauskreise und Bibelstunden, unter dieses Thema.

Ein Wort zur Kooperation
Dieses Jahr wurde der Schwerpunkt Maghreb gemeinsam mit den entsprechenden Initiativen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz ausgewählt, um deutlich zu machen, dass wir zwar unterschiedliche liturgische Termine, aber ein gemeinsames Anliegen haben.

Die Evangelische Allianz folgt seit vielen Jahren einem internationalen Termin der Weltweiten Evangelischen Allianz, der in über 100 Ländern gilt. In der Evangelischen Allianz geht es uns darum, dass möglichst ein ganzer Gottesdienst oder gar die Gemeindeveranstaltungen einer ganzen Woche den verfolgten Christen gewidmet wird.

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat inzwischen das Thema erfreulicherweise ebenfalls in den liturgischen Kalender für den Sonntag Reminiszere in der Passionszeit (2012: 4. März) aufgenommen und erstellt dafür ein kleines Heft mit Fürbitten und liturgischen Anregungen. Hier geht es
darum, im liturgischen Teil des Gottesdienstes für die bedrängten und verfolgten Christen einzutreten.

Die Deutsche Bischofskonferenz der Katholischen Kirche empfiehlt für den Stephanustag am 26. Dezember ein Fürbitteformular und veröffentlicht jährlich ein Heft, das sich einem betroffenen Land widmet.
Unser Material kann natürlich von landeskirchlichen Gemeinden auch am Sonntag Reminiszere verwendet werden.

Als Schwerpunkt empfehlen wir dieses Jahr den Maghreb (Tunesien, Marokko, Algerien), sowie Eritrea und Pakistan, die in diesem Heft vorgestellt werden und für die in der idea-Dokumentation „Märtyrer 2010“ und ab September 2011 in „Märtyrer 2011“ (ISBN 978-3-86269-015-2, Auszüge für Journalisten unter www.bucer.eu/maertyrer.html) ausführlichere Informationen zur Verfügung stehen werden. Auf der Webseite der Deutschen Evangelischen Allianz wird für weitere Länder aktualisiertes Material zur Auswahl bereitgestellt, täglich neu (www.ead.de/arbeitskreise/religionsfreiheit).
Auch wenn sich in diesem Heft ein Predigtentwurf und vorformulierte Gebete und auf der Webseite Liedvorschläge und ein liturgischer Entwurf finden, sollen diese natürlich niemanden verpflichten, sondern eine Anregung sein, einen ganz eigenen Weg vom Herzen der Verfolgten in die Herzen unserer Gemeinde zu finden. Sprechen Sie Missionswerke und Menschenrechtsorganisationen an, zu denen Sie Kontakte haben. Laden Sie Betroffene ein, bitten Sie Gemeindeglieder, die betroffene Länder bereist haben, sich zu informieren, oder sorgen Sie auf anderem Wege dafür, dass das Gebet für Verfolgte mit Ihrer gewachsenen Gemeindestruktur verknüpft wird.