Wende statt Ende (Mittwoch, 13.01.)

Mittwoch, 13. Januar 2016

Lukas 15, 17 - 20a
„Da ging der Sohn in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn.“ 

Ergänzender Bibeltext:
Psalm 107

Der Abstieg des Sohnes ist kaum in Worte zu fassen. Vorher hängten sich die Leute an ihn und nun ist er abhängig von anderen. Es folgt der Abstieg in die Tiefe. Es ist die Hölle für ihn. Sein Leben ist eingeengt und aus der Enge kommt die Angst. Das Ende ist nahe.

Ähnlich aussichtslos werden Menschen in Psalm 107 beschrieben. Flüchtlinge, Gefangene, Seefahrer in Seenot, Menschen, die sich fast zu Tode hungern und keine Hoffnung mehr haben. Auch heute gibt es Tausende, auch in unseren Ländern, die keine Hoffnung mehr haben. Deren Leben zur Hölle geworden ist. Eine Gruppe sind z.B. die Prostituierten, die in dem großen „Bordell Europa“ versklavt werden. Eine von ihnen sagte einmal: „Jeder hat jemanden, auf den er herunterblicken kann. Wir nicht. Wir sind ganz unten.“ (Philip Yancey, Spuren der Gnade, Brunnen Verlag, Gießen 2013, S.78)

Kein Ausweg? Doch – „Wende statt Ende“ Es gibt Hoffnung. Für jede und jeden!

Der verlorene Sohn denkt an seinen Vater. Er malt sich in der Schweinegrube vor Augen, wie es zu Hause abging. Da wurde gefeiert, da war Freude. Plötzlich erscheint die Welt, die er damals noch willentlich ablehnte, in ganz neuen Farben. Und wenn er an seinen Vater denkt, dann sieht er seinen eigenen Dreck, wie sehr er selbst beschmutzt ist. „Ich habe gesündigt.“ Die Wende beginnt immer mit einem Umdenken, erst dann ist die Umkehr in die Weite möglich.

Woher komme ich und wer bin ich? Das sind die Fragen von Menschen, die in Not geraten sind und nur noch rufen: Hilf mir, Herr!

Gott hört diesen Hilferuf. „Die dann zum Herrn riefen in ihrer Not, denen half er heraus aus ihren Ängsten.“ Der Name Jesus bedeutet wörtlich: Gott ist Rettung. Er ist derjenige, der die Rettung ermöglicht. Die Umkehr des Menschen geschieht da, wo er am tiefsten Punkt sich selber erkennt, sich zu Jesus wendet und zu ihm um Hilfe schreit.

Detlef Garbers, Sinsheim
Öffentlichkeitsreferent der Missionsgemeinschaft DMG

Gestaltungsvorschlag

Lesen sie den Psalm 107 abschnittweise durch und beten Sie speziell für die genannten Menschen, die in den beschriebenen oder ähnlichen Nöten sind: Flüchtlinge, die nach Europa kommen wollen (V.2-5), Gefangene, Versklavte und Prostituierte (V.10-12), Magersüchtige (V.17 und 18) oder Seefahrer (V.23-27).

Ergänzen Sie die Anliegen von betroffenen Personen in Ihrem Ort und Gemeindeumfeld. Gehen Sie zu dem Flüchtlingsheim, der Klinik oder zu einem Bordell in ihrer Stadt und beten Sie in kleinen Gruppen für die Menschen dort! Beten Sie, dass Gemeinden sich besonders der Menschen annehmen, die in Not geraten sind. Lassen Sie Menschen, die aus den oben genannten Situationen gerettet wurden, berichten oder lesen sie Lebensberichte z.B. von Seefahrern (Buch: Wo die ganze Welt vor Anker geht, zwei See- mannsmissionare berichten). Danken Sie für solche Wunder und Lebenswenden von Menschen (Psalm 107,22)!

Gebet:

Herr, Jesus, du bist als Retter in diese Welt hinein gekommen. Menschen sind in Not. Sie haben Ängste und leiden. Lass sie angesichts ihrer Nöte dich erkennen und Hilfe bei dir erfahren. Stelle ihnen Menschen zur Seite, die sie auf dich hinweisen und sie in die Freiheit führen. Schenke Einsicht zur Umkehr und lass sie die Freude der Umkehr erfahren. Lass Flüchtlinge in unserer Stadt eine neue Heimat finden, befreie du Prostituierte aus der Sklaverei, dass sie sich wieder wertgeachtet wissen von Menschen. Hilf denen, die Gefangene ihrer selbst sind und keine Hoffnung mehr haben. Lass sie auf dich blicken. Sende dein Wort, mach sie gesund und errette sie vor dem Tode.

Thematische Fürbitte:

Nutzen Sie die folgenden Stichworte, um Ihre Fürbitte ausführlich vor Gott zu bringen:

  • Versöhnungsdienste / Seelsorgearbeit der Gemeinden
  • Verfolgte / Vertriebene / Flüchtlinge / Wanderungsbewegungen
  • Migranten / Integration / Gefängnisse
  • Kranke / Alte / Menschen mit Handikap / Pflegesituation / Sterbende

Liedvorschläge:

  • Er ist der Erlöser
  • Jesus, zu dir darf ich so kommen wie ich bin

Ein Impuls zum Gebetsabend

Evangelische Allianz zum Flüchtlingsstrom: Wir packen das (an)

Die Deutsche Evangelische Allianz hat sich einer Erklärung der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) zur Flüchtlingssituation in Europa angeschlossen. Der größte evangelische Missionsdachverband in Deutschland hatte Ende September dazu aufgerufen, Flüchtlingen „in der Liebe Jesu zu begegnen“ und ihnen die christliche Botschaft zu bringen: „Wir haben heute die einzigartige Gelegenheit, vor Ort zahllose Menschen mit Jesus bekanntzumachen, die noch nie die Gute Nachricht gehört haben.“ Im Blick auf Ängste in der Bevölkerung und die Kosten für Versorgung und Integration erklärt der AEM-Vor- stand: „Als eines der reichsten und wirtschaftlich stärksten Länder der Erde können wir diese Herausforderung anpacken.“ Die AEM wird geleitet von DMG-Missionsdirektor Detlef Blöcher (Sinsheim bei Heidelberg).

Außerdem: Zum Abschluss der Jahrestagung der Europäischen Evangelischen Allianz im Oktober, die sich mit den Herausforderung der Flüchtlingsbewegungen in Europa beschäftigten, haben die Delegierten und Konferenzteilnehmer einen „Aufruf zum Handeln“ verabschiedet, der sich an die nationalen, regionalen und örtlichen Gruppen der Evangelischen Allianz richtet. Er kann auf der Homepage der Evangelischen Allianz angesehen und heruntergeladen werden.