Gott und seine Kinder (Sonntag, 10.01.)

Sonntag, 10. Januar 2016

Lukas 15,11
„Jesus sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.“ 

Ergänzende Bibeltexte:
Epheser 3,15; Johannes 1,12; Lukas 15,1+2

Wie kann man über diesen einen Vers aus Lukas 15,11 eine Textauslegung formulieren? Das geht doch nicht! Stimmt. Dennoch ist dieser Vers im Gesamtzusammenhang spannend. Jesus stellt uns einen Vater vor. Dieser Vater hat zwei Söhne. Indem wir weiterlesen, erfahren wir, wie unterschiedlich diese sind. Ja, sie sind so unterschiedlich, dass wir uns vielleicht fragen: „Haben sie tatsächlich den genetisch gleichen Vater?“ Ja, haben sie! Und der Vater ist Gott. Das geht aus dem Gleichnis klar hervor. Das Wesen des Vaters und seiner beiden Söhne werden wir uns im Verlauf dieser Woche noch genauer anschauen. 

Für heute können wir Folgendes festhalten: Epheser 3,15 macht deutlich, dass Gott „der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden“. So gesehen, sind alle Menschen auf Erden „Gottes Kinder“. So verschieden wir alle sind, so haben wir doch eines gemeinsam: Wir sind gefallene Kinder, die der Versöhnung bedürfen. Für uns kam Jesus Christus auf diese Erde. Er kam, um zu retten. Er wendet sich denen zu, die ihn um Hilfe bitten, und denen, die in Sünde verstrickt sind (Lukas 15,1+2). Und er gibt jedem Menschen, der ihm vertraut, das Recht, ein Kind Gottes zu werden. In einer zweiten (geistlichen) Geburt wird dieser Mensch in die Familie Gottes aufgenommen (Johannes 1,12). 

Auch in der Familie Gottes gibt es ganz unterschiedliche Typen. Manchmal fällt es schwer zu glauben, dass wir alle zu dem einen Vater im Himmel gehören. Aber so ist das in der Familie: Freunde kann man sich aussuchen, Geschwister nicht! 

Nehmen wir doch den Auftakt dieser Allianzgebetswoche, um ganz bewusst dem Vater für unsere Geschwister aus anderen Kirchen und Gemeinden zu danken. Und beten wir für die Menschen, die die Erlösung in Christus noch nicht für sich in Anspruch genommen haben. Denn Gott liebt es, Kinder zu haben! 


Christoph Grötzinger, Bürmoos
Generalsekretär der Österreichischen Evangelischen Allianz

Gestaltungsvorschlag:

  • Jeder Teilnehmer schreibt einen Wesenszug, den er an einem anderen, ihm bekannte/n Christin/Christen schätzt, mit Vornamen auf einen Post-it-Zettel und heftet ihn an eine bereitgestellte Tafelwand. In einer Gebetsrunde danken wir für den Bruder oder die Schwester, die der Vater mit dieser speziellen Gabe ausgestattet hat. 

Gebetsimpulse:

Wir danken

  • dem Schöpfer für die Vielfalt seiner Geschöpfe
  • Jesus Christus für die Erlösung, die er für uns erwirkt hat

Wir bekennen

  • dass wir die Einheit in der Familie Gottes noch nicht ausreichend gelebt haben
  • Rechthaberei und Stolz anderen Kindern Gottes gegenüber

Wir bitten

  • dass wir die Schwestern und Brüder, die der Vater mir in seiner Weisheit zur Seite gestellt hat, annehmen können
  • dass Gott unsere Einheit gebraucht, damit alle Menschen von der Liebe des Vaters hören und Versöhnung erfahren

Thematische Fürbitte:

Nutzen Sie die folgenden Stichworte, um Ihre Fürbitte ausführlich vor Gott zu bringen:

  • Eltern / Großeltern / Lehrer / Erzieher / Schulen / Ausbildung /Universitäten / Theologische und gemeindepädagogische Ausbildung samt Ausbildungsstätten
  • Vorbilder / Mentoren / Jugendliche / Familien / Bereitschaft Familien zu gründen / Frieden zwischen den Generationen 

Ein Impuls zum Gebetsabend

Die Idee: Gebets-Briefkasten für die Stadt

Eine nachahmenswerte Idee hat die Evangelische Allianz in Schorndorf zur Gebetswoche 2015 ins Leben gerufen – und will sie auch 2016 wiederholen: einen Gebets-Briefkasten für die Stadt. Vor und während der Allianzgebetswoche erhielten die Schorndorfer Post: Dabei wurden die „lieben Schorndorfer“ freundlich eingeladen, auf bunten „Gebetspostkarten“ ihre persönlichen Gebete zu notieren (der volle Name musste nicht genannt werden) und danach in den auffällig roten „Gebets-Briefkasten“ vor dem Rathaus am Marktplatz einzuwerfen. Denn während der Gebetswoche sollte nicht allgemein, nicht unter „ferner liefen“, sondern ganz speziell und konkret gebetet werden. Auf den Karten waren auch die Termine der Gebetswoche aufgedruckt. Die öffentliche Aktion erfreute sich reger Resonanz. Täglich wurde der Briefkasten geleert, die Postkarten wurden während der Gebetsveranstaltungen verlesen – und anschließend wurde für die Anliegen gebetet. – Die Aktion „war ein Geschenk“, sagt Initiatorin Kathrin Fischer, auch für die Einwohner der Stadt.