Das muss gefeiert werden (Sonntag, 17.01.)

Sonntag, 17. Januar 2016

Lukas 15, 31-32
Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden. 

Ergänzende Bibeltexte:
Offb.19,7ff; Luk.15,10

Wenn meine kleine Tochter nachts weint, nützt gutes Zureden wenig. Viel wirksamer ist es, sie in den Armen zu wiegen. Gehalten werden, sanfte Berührungen – Taten versteht sie gut.

Was viele Worte gebraucht hätte, schreibt der Vater seinem wieder auferstandenen Sohn mit einem spontanen Fest mitten ins Herz: „Willkommen zu Hause!“ (V. 32a). Vegetierte der Sohn eben noch einsam vor sich hin, wird nun um seinetwillen getanzt und gefeiert. Der heimgekehrte Sohn erfährt mit allen Sinnen: „Ich bin trotzdem gewollt und geliebt.“

Weil Worte schnell gesagt sind und harte Herzen kaum erreichen, handelt Gott. Auch er lädt uns ein zum Fest – ein Fest, das uns nichts kostet und ihn alles. Gott selbst deckt uns den Tisch und lässt uns durch Brot und Wein sehen und schmecken, wie sehr er uns liebt. Mit dem Abendmahl wählt Gott eine Feier, um uns seine unverdiente Gnade deutlich zu machen.

Die Welt feiert rauschende Partys für Filmstars oder erfolgreiche Politiker. Für Arbeitslose oder illegale Flüchtlinge knallen selten die Korken. Was haben die schon vorzuweisen? Gott sieht das anders. An seine Festtafel sind nicht besonders ehrenwerte Leute, sondern undankbare und gescheiterte Kinder eingeladen. Bei ihm sind die Letzten die Ersten. Arme werden reich beschenkt (Luk. 13, 30; Matth. 5, 2). Die Gnade Gottes ist skandalös. Die Schriftgelehrten und Pharisäer mussten sich mit dem älteren Bruder im Gleichnis fragen, ob sie sich über die Güte von Jesus weiter empören oder sich mitfreuen wollen (vgl. Luk. 15, 2).

Wenn Gott neues Leben schenkt, muss gefeiert werden! Lasst uns jetzt schon nach der Melodie des Himmels tanzen. Lasst uns essen, feiern und spielen! Und uns damit einander und der Welt einen Vorgeschmack auf Gottes großes Hochzeitsfest in seiner neuer Welt geben (Matth. 22,1ff; Luk. 11,37; 12,37; 13,29; Offb. 19,7).

Andi Bachmann-Roth, Zürich
Jugendbeauftragter der Schweizerischen Evangelischen Allianz

Gestaltungsvorschlag:

Für alle gut sichtbar vorn im Raum einen festlich gedeckten Tisch mit schönem Geschirr, Blumen, Kerze etc. aufstellen. Von den edlen Pralinen, die auf den Tellern liegen, darf sich jeder am Ende des Abends eine mitnehmen.

Gebetsimpulse:

Wir danken Gott

  • für die Menschen um uns herum, die zum ersten Mal mit Gottes Liebe in Berührung gekommen sind; für ihre ansteckende und bele- bende Freude und Begeisterung
  • für das Fest des Abendmahls, zu dem uns der himmlische Vater immer wieder einlädt
  • für die vielen Menschen, die trotz Verfolgung, Armut oder Not tiefe Freude empfinden, weil Christus sie täglich stärkt und erneuert – und dass er ihre Freude und ihr Leben bewahre

Wir tun Buße 

  • wo wir mürrisch und neidisch sind, anstatt der Freude über Gottes Gnade in unseren Leben und Kirchen Raum zu geben
  • wo Neid die Beziehungen zwischen Geschwistern zerstört und das gemeinsame Feiern unmöglich gemacht hat (vgl. 1. Mose 4,5; 37,1ff; 1. Sam 18,6ff)

Wir bitten Gott

  • um geistliche Erneuerung, wo in der Kirche Freude fehlt
  • um Dankbarkeit und Kreativität, damit die Gemeinden zu einem einladenden Ort werden, an dem Gottes Gnade erfahrbar ist
  • um Augen, die sehen, welche Plätze an Gottes Tischgemeinschaft leer bleiben
  • um Kraft und Liebe, um denjenigen entgegenzugehen, die sich von Gottes Gnade ausgeschlossen fühlen, dass auch sie erfahren, dass sie in die Gemeinschaft mit Gott hineingenommen sind („Was dein ist, ist auch mein“, Joh. 17,10)
  • für die Menschen, die zum Volk des „älteren Bruders“, zu Israel, gehören, dass auch sie Christus erkennen und von der Gnade ihres himmlischen Vaters erfasst werden

 Thematische Fürbitte:

Nutzen Sie die folgenden Stichworte, um Ihre Fürbitte ausführlich vor Gott zu bringen: 

  • Gemeindewachstum / Gemeindegründungen / Gemeindeentwicklung
  • Einheit der Christen zwischen Generationen, Konfessionen, Denominationen und Kulturen
  • Zusammenarbeit und Kooperation weltweit / in Europa / vor Ort

Ein Impuls zum Gebetsabend:

Das „Jahr der Dankbarkeit“ – in der eigenen Gemeinde, im Hauskreis, ...

Am Erntedankfest 2015 hat das „Jahr der Dankbarkeit“ begonnen. Aber das war erst der Anfang! Denn das Jahr der Dankbarkeit lädt zum Mitmachen ein. Ein dankbares Leben ist ein gesundes Leben. Körperlich, seelisch und geistlich. Dieser Kultur der Dankbarkeit wollen die Organisatoren, ein Träger- kreis von gut 40 Organisationen und Werken, ausgiebig Raum verschaffen und Anstöße zu einem breit angelegten dankbaren Leben geben, ob als Einzelne, in Gruppen oder Gemeinden. Noch bis zum Erntedank-Wochenende 2016 (2. Oktober) gibt es über die Homepage eine Fülle von Anregungen für alle möglichen Gelegenheiten, um Impulse der Dankbarkeit zu setzen, ob im Gemeindeleben oder darüber hin- aus, ob beim Hausarzt, Lehrern in der Schule, Feuerwehrleuten, Nachbarn oder Politikern (vor Ort). Gerade auch Christen haben täglich und viel Grund zum Danken. Damit die Dankbarkeit keine „Eintagsfliege“ bleibt, sondern über dieses besondere Jahr hinaus nachhaltig Wirkung entfaltet ...