Verwandelt durch den Überwinder
Mittwoch, 11. Januar 2012
„Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist‘s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr«. Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln«. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Römer 12, 17–21
Ergänzender Text:
Psalm 37, 1–11
Was tun, wenn es richtig kracht? Es gibt heftige Situationen im Leben. Manchmal muss man die Suppe auslöffeln, die man sich selbst eingebrockt hat, manchmal trifft es einen auch (weitgehend) unverschuldet. Paulus kannte das. Um des Glaubens willen blies ihm nicht nur der Wind etwas schärfer ins Gesicht, sondern sein Leben stand auf der Kippe – Steinigung, Geißelung, Folter pur. Und die Peiniger sind nicht irgendwer, sie haben Namen und Gesichter. Er selbst war einer von ihnen gewesen. Wohlgefällig hatte er zugeschaut, als Stephanus unter einem brutalen Steinhagel ums Leben kam (Apostelgeschichte 7,60).
Aber aus Saulus war Paulus geworden. Die „Erneuerung des Sinnes“ (Römer 12,2) hatte ihn umgekrempelt. Die Verwandlung durch Jesus soll sich bewähren, nicht in salbungsvollen Sonntagsreden, sondern auch unter härtesten Angriffen. Die radikalen Herausforderungen der Bergpredigt – nicht zu vergelten, die andere Wange hinzuhalten, ja selbst die Feinde zu lieben – aktualisiert Paulus im Brief an eine Gemeinde, die im Zentrum der kaiserlichen Macht erste Verfolgung erlebte.
Paulus geht es um mehr als um Stillhalten mit geballter Faust in der Tasche. Die allzu menschliche Reaktion der Rache gegenüber mir entgegengebrachter Feindschaft ist Nachfolgern Jesu nicht angemessen. Vielmehr geht es darum, dem Bösen aktiv und initiativ mit Gutem zu begegnen, von meiner Seite alles für den Frieden mit jedermann zu tun, selbst wenn „die andere Seite“ blockiert.
Um diesen herausfordernden Lebensstil zu gestalten, braucht es große Nähe zum Friedenskönig Jesus und die das neue Leben gestaltende Kraft seines Heiligen Geistes. Es gilt grundsätzlich, aber mit Sicherheit auch für die letzten Verse von Römer 12: Ohne IHN können wir nichts tun.
Ekkehart Vetter, Mülheim/Ruhr, Präses des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Deutschen Evangelischen Allianz
Dank und Anbetung: Wir danken...
- dass die Liebe Gottes in Jesus Christus uns gilt und galt, auch als wir noch „Feinde des Kreuzes Christi“ waren
- dass wir keine Vorleistungen zu bringen brauchen, wenn wir zu Gott kommen
- dass Jesus treu und gerecht ist und uns unsere Sünde vergibt, wenn wir sie bekennen
- dass Jesus das vollkommene Vorbild für Feindesliebe ist
Buße und Beugung: Vergib uns...
- dass unsere Jesus-Nachfolge nur am eigenen Wohlergehen interessiert ist
- unsere „Wie du mir, so ich dir“ – Reaktionen im Alltag
- wo die „Erneuerung des Sinnes“ im Alltag nicht umgesetzt wird
- wo wir Menschen in Gedanken, Worten oder Werken verurteilen
Bitte: Schenke uns...
- die Fähigkeit, Menschen so zu sehen, wie Jesus Christus sie sieht
- die Bereitschaft zu vergeben
- die Bereitschaft, für die Menschen zu beten, die uns am meisten Mühe machen
- Gelegenheiten, für diese Menschen konkret Gutes zu tun
- einen Lebensstil des Wohl-Wollens für andere
Glaube am Montag
Sprachfähig werden. Erkennbar leben. Authentisch bleiben. Zeichen neu durchdenken: Ein Kreuz um den Hals? Das Gebet beim Essen? Der „Jesus-lebt“-Sticker an der Jacke? Was passt in unsere Zeit? Beten wir, dass der Heilige Geist es uns lehrt!
Arbeitskreis Migration und Integration
In der Anwesenheit von Millionen Menschen aus anderen Nationen und Kulturen stellt sich dem Arbeitskreis für Migration und Integration in Deutschland eine große Aufgabe und Herausforderung.
Dabei geht es um die Förderung der missionarischen, diakonischen und seelsorgerlichen Arbeit unter Fremdsprachigen und darum, Migranten bei der Integration zu helfen. Dazu gehören Schulungen, Konferenzen und Foren, aber auch Vernetzung der Missi-onswerke, Kirchen, fremdsprachiger Gemeinden und örtlicher Allianzkreise. Information und Beratung über fremdsprachige Medien und Zusammenkünfte fremdsprachiger Gemeinden sind ein weiterer Service.
Zur Vorbereitung & Gestaltung
Eine Person vorstellen, in deren Biographie sich beispielhaft etwas von Römer 12, 17–21 abbildet, z.B. Paul Schneider (1897-1939), Pater Maximilian Kolbe (1894-1941) oder Martin Luther King (1929-1968)
Zum Singen
- Oh Herr, deine Sanftheit löst all meine Bitterkeit
- Wer nur den lieben Gott lässt walten EG 369
- Befiehl du deine Wege EG 361




