Verwandelt durch den Auftraggeber

Donnerstag, 12. Januar 2012

„Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. “
Johannes 20, 19–23

Ergänzender Text:
Jesaja 49,1–6

Gestern noch standen sie am leeren Grab, bevor sie sich enttäuscht auf den Heimweg machten. Jesus war nirgends zu finden. Nur Maria ist länger geblieben, um Stunden später wieder zu ihnen zu stoßen. Mit dem Bericht, dass ihr Jesus begegnet sei. Er habe ihr den Auftrag gegeben, seinen Brüdern zu sagen, dass er lebe. Brüder? Versager vielleicht, Nieten, Untaug-liche, aber Brüder? Brüder ihres Meisters? Sie haben es nicht glauben können. Die Kultur der Zeit liess es auch nicht zu, den Worten einer Frau Glauben zu schenken. Auch den Worten Marias nicht?


Jetzt ist es Abend. Die Türen sind sorgfältig abgeriegelt. Die Jünger haben Angst, fürchten sich. Ganz plötzlich tritt Jesus in den abgeschlossenen Raum. Einfach so. Er zeigt ihnen seine Hände, seine Seite, die Wundmale. Ein Raunen geht durch ihre Mitte. Er ist es! „Friede sei mit euch!“ sagt er zu ihnen. Kein euphorisches Wiedersehen, kein Umarmen, kein das Geschehen nochmals in allen Details ausschmückendes Erzählen. Nein. Er sagt es ein zweites Mal: „Friede sei mit euch…“. Den Jüngern stehen die Tränen in den Augen. Brüder, Versöhnung – Jesus hat ihnen verziehen, hat ihnen vergeben.


„… so wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich euch…“ hören sie ihn dann sagen. Jesus vergibt nicht nur, er beauftragt sie! Da ist kein Vorwurf, keine Enttäuschung darüber, dass Petrus Jesus noch vor kurzem verleugnet oder dass ihn einer von ihnen verraten hat. Oder dass sie einschliefen, als er sie bat zu wachen, sie ihn verliessen, als er am Kreuz zu Tode kam. Der Auferstandene vergibt und beauftragt – und befähigt sie.


Er befähigt sie, indem er ihnen den Heiligen Geist einhaucht, so wie Gott Adam das Leben einhauchte, als er ihn schuf. Jesus verwandelt seine Freunde von furchtsam zu mutig, von ohnmächtig zu vollmächtig, so wie Gott Adam von leblos zu lebendig verwandelt hatte. Jesus gibt seinen Freunden Freude und Verantwortung, Sünden zu erlassen – oder zu behalten. Sie werden Menschen mit Gott verbinden oder es unterlassen: Das Evangelium von Jesus verkünden – oder eben nicht. Tun wir es – verwandelt vom Auftraggeber!?


Hansjörg Leutwyler, Zürich, Zentralsekretär der Schweizer Evangelischen Allianz

Dank und Anbetung: Wir danken...

  • dass er selbst in Jesus in diese Welt gekommen ist
  • dass er uns Verantwortung anvertraut und zugleich Freude schenkt
  • dass er uns durch den Heiligen Geist verwandelt und Vollmacht gibt
  • für das Vorbild, das er uns in seinen ersten Nachfolgern gab
  • für sein Wort, das uns in der Bibel geschenkt ist

Buße und Beugung: Vergib uns...

  • dass wir nicht nach deinem Vorbild leben
  • dass wir deinem Auftrag nicht gerecht werden
  • unsere Nachlässigkeit im Zeugnis und in der Liebe
  • unsere mangelnde Bereitschaft, denen zu vergeben, die uns verletzt haben

Bitte: Hilf uns...

  • verantwortungsvoll mit den Gaben umzugehen, die du uns gegeben hast
  • den Menschen aller Kulturkreise mit Liebe und Respekt zu begegnen
  • zu einer mutigen Verkündigung in schwierigen Situationen
  • in Wort und Tat nach deinem Vorbild unser Leben zu gestalten
  • denen beizustehen, die unter Verfolgung leiden müssen
  • die Verbreitung deines Evangeliums in der Welt voranzutreiben

Glaube am Montag

Mit Gott im Alltag rechnen. Christus in mir vertrauen. Auf die Kraft des Heiligen Geistes setzen. Das SEIN lernen. Im Berufsalltag glauben. Formen finden, die glaubwürdig sind. Private und berufliche Werte in Einklang halten. Beten wir um Phantasie des Glaubens!

Jugendarbeitskreis

Wenn es um Fragen der Jugend innerhalb der Evangelischen Allianz geht, weiß sich der Jugendarbeitskreis der Evangelischen Allianz verantwortlich. Er besteht aus Verantwortungsträgern unterschiedlicher Jugendverbände. Sein Hauptanliegen ist, die konfessionsübergreifende Verbundenheit in Jesus Christus unter Jugendlichen zu fördern. Anregungen zum ge-meinsamen Gebet, Mitarbeit bei überkonfessionellen Konferenzen und Tagungen auf Allianzbasis und Motivation zu gemeinsamen missionarischen Aktionen sollen diesem Anliegen dienen.

Zur Vorbereitung & Gestaltung

Auf Tafel oder Flipchart eine „Mindmap“ vorbereiten mit dem Ausgangsbegriff: Jesu Auftrag an uns. Nun im Plenum nach entsprechenden Texten suchen (z. B. „predigt das Evangelium, geht in alle Welt, machet zu Jüngern, lehret, taufet, betet ohne Unterlass“ usw.) und in die Mindmap eintragen.

Zum Singen

  • Jesus leite mich mit deinen Augen
  • Ich leg mein Leben vor dich hin – One way
  • Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude EG 66