... damit die Welt glaubt
Sonntag, 16. Januar 2011
Jesus betet: „Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.“
(Johannes 17,20–23)
Ergänzender Text: Johannes 13,34+35
Für Jesus ist die Einheit seiner Jünger außerordentlich wichtig. Viermal kommt das in Johannes 17 ausdrücklich zur Sprache – und zwar als Wunsch und Bitte Jesu. (V. 11, 21, 22, 23) Dieses Ringen Jesu um das „Eins-Sein“ seiner Jünger hat einen tiefen Grund.
Jesus geht es um die Glaubwürdigkeit seiner Sendung durch den Vater – d.h. die Glaubwürdigkeit der unüberbietbaren Tat Gottes zur Rettung der Welt. „Nichts macht das Evangelium in der Welt unglaubwürdiger als der Streit der Jünger.“ Ja eigentlich sieht Jesus das noch zugespitzter: Das Verhältnis der Jünger untereinander hat entscheidende Bedeutung für die Glaubwürdigkeit des Handelns Gottes. Ist uns das überhaupt bewusst, dass unser Verhalten untereinander so weitreichende Wirkungen hat? Wir beeinträchtigen bzw. diskreditieren durch unsere Uneinigkeit nicht nur uns selbst, unseren Nächsten, die Gemeinde und die Welt – sondern Gott! Das kann und darf uns nicht in Ruhe lassen!
Einheit heißt aber nicht Gleichheit (z. B. in der Glaubenspraxis oder im Verständnis einzelner Glaubensfragen). Im Reich Gottes gibt es Raum für große Vielfalt! Die ganze Bibel lässt das erkennen. Und Jesus betet nicht um die „Gleichheit“ seiner Jünger. Für uns sind Unterschiede aber oft schwer erträglich und wir versuchen, einander zu überzeugen oder oberflächlich zu harmonisieren, zu ignorieren oder gar zu bekämpfen. So entsteht Uneinigkeit und Streit. Unterschiede müssen aber nicht bedrohen. Sie können Reichtum und gegenseitige Ergänzung werden, wenn das Zentrum eindeutig ist.
Die Einheit hat ihren Grund in dem e i n e n Jesus Christus, in dem Gott sich zum Heil dieser Welt zu erkennen gegeben hat. Allein in IHM liegt das Heil – und zwar für alle, die an ihn glauben, in gleicher Weise. Sie gehören zueinander wie Schwestern und Brüder. Diese geschenkte Einheit ist im Leben zu gestalten. Wie gehen wir bei allen Unterschieden miteinander um? Gelingt es uns, den anderen höher zu achten als uns selbst und uns an den Erfolgen der anderen mitzufreuen? „An eurer Liebe füreinander wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ (Joh. 13,35)
Ulrich Materne, Referent der Deutschen Evangelischen Allianz, Wittenberge
Zum Beten
Wir danken und staunen
- über Gottes Heilsabsicht für diese ganze Welt
- über die einzigartige Tat Gottes in Jesus zum Heil für die Welt
- über die darin geschenkte Einheit aller, die an Jesus glauben
- über Vielfalt und Reichtum im Reich Gottes / in den Gemeinden
Wir bekennen
- dass wir durch Rechthaberei und Streit das Evangelium (die Sendung Jesu - Gottes Handeln zum Heil der Welt) unglaubwürdig machen
- dass wir oft im eigenen Gemeindehorizont gefangen sind und nicht die Weite des Reiches Gottes sehen
Wir bitten
- dass geistlicher Streit, Rechthaberei und Uneinigkeit überwunden werden.
- um tiefere Erkenntnis der Einheit in Jesus
- dass Unterschiede als Reichtum und Chance zu gegenseitiger Ergänzung entdeckt und gebraucht werden
- trotz Unterschieden in Liebe und Achtung miteinander umzugehen
- für alle gemeinsamen Aktionen, die dem Ziel dienen, das Evangelium in unserer Welt bekannt zu machen
- für die neue Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestags
- um Sympathie und Wohlwollen für andere Christen / Gemeinden statt Konkurrenz und Gemeindeegoismus
- um Liebe und tiefes Erbarmen für die Menschen, die ohne Jesus verloren sind, auch wenn sie ihn stolz und selbstsicher abweisen
Micha-Initiative: Deutschland – Entwicklungspolitik
Wir beten dafür, dass Deutschland seine Zusagen einhält, mehr und bessere Entwicklungshilfe zu geben sowie Handelshemmnisse abzubauen, die Entwicklungsländern den Zugang zu unseren Märkten versperren. Wir bitten Gott um Segen und Weisheit für Entscheidungs- und Verantwortungsträger. Wir bitten um mehr Möglichkeiten, Politiker in armen Ländern dabei zu unterstützen, demokratische Prozesse zu stärken und Korruption zu bekämpfen.
Hinweise zur Gestaltung
Zeichen der Wertschätzung austauschen: Wenn es dem Leiter des Abends möglich ist, könnte er Geschenke oder Blumen besorgen. Je teilnehmende Gemeinde sollte eine Person eine andere Gemeinde mit einer Aufmerksamkeit wertschätzen – einschließlich wertschätzender Worte. Ergänzend können Gebete füreinander sein!
Zum Singen
- Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden (EG 66)
- Sonne der Gerechtigkeit (EG 262)
- Komm folge Jesus, komm folge Jesus
- Herr, das Licht deiner Liebe leuchtet auf



