... mit Respekt und Demut

Montag, 10. Januar 2011

„Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“
(Philipper 2,2–5 )

Ergänzender Text: Lukas 22,24–27

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Der Apostel Paulus sitzt im Gefängnis. Menschlich gesehen hat er nichts zu lachen. Seine persönliche Zukunft schaut eher düster aus. Dennoch freut er sich. Vor allem über die Christen in der Gemeinde in Philippi. Er sieht, wie sie im Glauben wachsen und miteinander umgehen: Sie helfen einander, sie sprechen einander Mut zu und trösten sich.

Davon hat Paulus gehört. Aber es ist ihm noch nicht genug. Er hängt die Latte höher: EINE Gesinnung haben, EINE Liebe üben, EINmütig und EINträchtig sollen sie sein.

Das wird schwierig. Denn Eigennutz, Ehrsucht, Rechthaberei sind Eigenschaften, die unserem alten Naturell entspringen und immer wieder durchbrechen. Daher braucht es die Veränderung unseres Charakters durch den Geist Gottes. Wenn wir uns IHM öffnen, lenkt ER unseren Blick auf Jesus. ER hat vorgelebt, wonach wir uns ausstrecken sollen: Jesus hat freiwillig auf Rechte verzichtet (Phil. 2,6), und er ist gekommen, zu dienen und nicht zu herrschen (Mark.10,45).

Was sind vom Heiligen Geist veränderte Haltungen in Bezug auf unser Miteinander im Rahmen der Evangelischen Allianz? Es sind diese: Die anderen in ihrer Andersartigkeit annehmen, ihre Frömmigkeit respektieren, aufs Rechthaben verzichten, vielmehr dienen und den Vortritt lassen, den eigenen Vorteil zurückstellen und schauen, dass es den anderen gut geht. Viele Argumente verhindern diese Haltungen – auch ganz „fromme“: Ich bin biblischer, theologisch richtiger, geistlich visionärer usw.

Das Gebot und Vorbild unseres HERRN und das Wirken des Heiligen Geistes aber hebeln diese Argumente aus. Wir sind und bleiben eine Gemeinschaft von Gottes Gnaden, auf Gedeih und Erlösung miteinander verschweißt. Wir sind die Braut Christi, die er geschlossen in die Ewigkeit führt. Deshalb wollen wir auf Erden schon miteinander beten und einander mit Respekt und Demut dienen.

Christoph Grötzinger, Generalsekretär der Österreichischen Evangelischen Allianz, Bürmoos/Österreich

Zum Beten

Anbetung und Dank

  • Wir danken, dass Jesus auf seine göttlichen Rechte verzichtete und zu uns auf die Erde kam
  • Wir freuen uns daran, dass ER uns das Wesen und das Herz des Vaters im Himmel gezeigt hat
  • Wir danken, dass das Erlösungswerk Jesu auch unsere alte Natur umfasst
  • Wir preisen die Möglichkeit der Veränderung unseres Charakters durch den Heiligen Geist
  • Wir nehmen Jesus dankbar zum Vorbild
  • Wir staunen, dass es Hoffnung für gelingende Beziehungen gibt
  • Wir danken für die Schwester und den Bruder in der anderen Gemeinde

Buße und Beugung

  • Wir bekennen Lieblosigkeit, Neid und gemeindlichen Ehrgeiz
  • Wir schämen uns, oftmals den „neuen“ Menschen nicht angezogen zu haben
  • Wir bedauern, dass Uneinigkeit unter uns gläubigen Christen Gott Schande bereitet

Bitte und Fürbitte

  • Wir laden den Heiligen Geist und dadurch seine verändernde Kraft bewusst ein, mehr Raum in uns und unseren Gemeinden zu nehmen
  • Wir bitten, dass Jesus unser Bestreben nach guten inner- und übergemeindlichen Beziehungen gelingen lässt
  • Wir erbitten uns die Sicht und den Mut, anderen Christen und unseren Mitmenschen zu dienen
  • Wir beten, dass unsere Liebe untereinander, der Respekt füreinander und der Dienst aneinander ein wirkungsvolles Zeugnis vor der Welt abgibt

Micha-Initiative: Niger-Bildung

In Niger können nur etwa 20% der jungen Mädchen und 50% der Jungen lesen und schreiben. Das liegt oft daran, dass die Kinder arbeiten müssen, anstatt zur Schule zu gehen. Bildung ist jedoch von großer Wichtigkeit, damit sich Menschen selbstständig aus Armut befreien können. Wir beten für eine Politik in Niger und weltweit, die Bildung Priorität einräumt und es mehr Kindern ermöglicht, eine Schule zu besuchen.

Hinweise zur Gestaltung

  • Den Beginn der Gebetsversammlung kann man mit einem „Liebesmahl“ gestalten.
  • Ähnlich wie die Herrnhuter: Tee und Milchbrötchen.
  • Das sollten wir einander reichen. Die Beter sitzen gemischt, so dass die Einmütigkeit zum Ausdruck kommt. Kurze individuelle Gesprächszeit, aber begrenzt, damit Zeit für das gemeinsame Gebet bleibt.

Zum Singen

  • Jesus, wir sehen auf dich
  • Herz und Herz vereint zusammen (EG Nr. 217)
  • Ach komm, füll unsre Seelen ganz (EG Nr. 518)
  • Bind uns zusammen, Herr