... weil wir nicht für uns selber da sind
Mittwoch, 12. Januar 2011
„Und ich sprach zu ihnen: Ihr seht das Unglück, in dem wir sind, dass Jerusalem wüst liegt und seine Tore mit Feuer verbrannt sind. Kommt, lasst uns die Mauern Jerusalems wieder aufbauen, damit wir nicht weiter ein Gespött seien! Und ich sagte ihnen, wie gnädig die Hand meines Gottes über mir gewesen war, dazu auch die Worte des Königs, die er mir gesagt hatte. Und sie sprachen: Auf, lasst uns bauen! Und sie nahmen das gute Werk in die Hand.“
(Nehemia 2,17+18)
Ergänzender Text: Matthäus 5,13–16
Die Mauern Jerusalems liegen in Trümmern und es stört das Volk Gottes nicht. Nur Nehemia bricht in Tränen aus, als man ihm von dem Unglück und der Schande Jerusalems berichtet (Neh. 1,3.4). 140 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems ist der Tempel wieder aufgebaut. In ihren neuen oder reparierten Häusern haben sich die Bewohner Jerusalems eingerichtet – wie wir zuweilen auch: Das eigene Haus steht und die Anforderungen von Beruf, Familie, Gemeinde oder Kirche halten uns beschäftigt. Wir feiern Gottesdienste und bitten Gott um seinen Segen. Der großartige Schöpfer des Universums wird reduziert zu einem Helfer für unsere eigenen Familien und unsere persönlichen Nöte.
Nehemia hält dem Volk Gottes einen Spiegel vor. Trümmer und zerstörte Mauern stehen für eine Gemeinde, die geistlich ohnmächtig und gesellschaftlich irrelevant ist. Für die „Welt“ ist der Gott dieser Gemeinde belang- und kraftlos. Die Welt weiß, dass ihre Probleme weit über die Nöte des persönlichen Lebens hinausgehen. Ein kleiner Gott nur für persönliche Nöte ist zu klein für sie. Und so wird das Volk Gottes zum Gespött für die Welt und die Gegner Gottes – und dieser kleine Gott auch.
Mit Nehemia erinnert Jesus uns an die hohe Berufung des Volkes Gottes. Es soll Salz und Licht der Erde sein. Es gibt Größeres als unser persönliches Leben oder den Rückzug in unsere Gemeinde. Noch immer liebt Gott diese Welt leidenschaftlich, auch wenn sie sich von ihm abgewendet hat; Christen und Kirchen sind berufen zum Dienst an dieser Welt. Jesus sagt: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Als Bevollmächtigte Gottes sendet er uns in unser Land, unsere Stadt, unser Dorf, in unsere beruflichen und privaten Beziehungen. Hier sind die Menschen mit ihren Problemen und Nöten. Als Christen haben wir Zugang zur Weisheit Gottes. Er kann beraten, wo Menschen nicht weiterwissen. Vielleicht müssen wir neu diese Vision gewinnen: Eine verlorene Welt braucht die Gemeinde, Menschen, die mit dem Schöpfer und Erlöser in Verbindung stehen. Das ist unsere Verantwortung!
Magdalena Paulus, Juristin, Referentin, Sulz/Österreich
Zum Beten
Anbetung und Dank
- für Gottes liebendes Herz für seine Welt, die ihre Probleme alleine nicht mehr lösen kann
- für die Vollmacht, mit der er seine Gemeinde und alle Christen ausgestattet hat
- dass seine Weisheit und sein Rat zur Verfügung stehen für uns persönlich - und durch uns für unser Umfeld, unseren Ort, unser Land
- dass Gott noch immer retten will, für die Ewigkeit und in den Problemen dieser Zeit
Buße und Beugung
- dass wir uns als Gemeinden und Einzelne zuweilen von der Welt und ihren Problemen abgewendet haben
- dass wir uns, statt Salz und Licht zu sein, manchmal in unsere sicheren Gemeindemauern zurückgezogen haben
- dass wir Gott manchmal klein machen und zum persönlichen Nothelfer reduzieren
- dass Gottes Ehre vor der Welt dadurch verdunkelt wird
Bitte und Fürbitte
- dass Gott den Leitungsverantwortlichen und Gemeinden eine neue Vision für ihre Nachbarschaft, ihre Stadt, ihr Land gibt
- dass Gott uns Weisheit gibt und uns befähigt zu gutem Rat für die Probleme unserer Beziehungsfelder
- dass er uns Erkenntnis schenkt, wie unsere Stadt und unser Land verändert und aufgebaut werden können
- dass wir als Gemeinden und Einzelne Mut gewinnen, aus unserem sicheren Umfeld heraus aufzubrechen in die Welt
Micha-Initiative: Bangladesch - Kindersterblichkeit
Die Anzahl der unter fünf Jahre alten Kinder, die infolge von Krankheiten wie z.B. Masern sterben, ist in Bangladesch seit 1990 um 50% gesunken. Beten wir für die Fortsetzung dieses positiven Trends und schließen wir alle Länder mit in unser Gebet ein, in denen die Kindersterblichkeit aufgrund von z.B. schlechten hygienischen Bedingungen, mangelnder Ernährung oder leicht zu vermeidenden oder zu behandelnden Krankheiten weiterhin sehr hoch ist.
Hinweise zur Gestaltung
Wo / wie wird unsere Gemeinde / unsere christliche Allianz zum Gespött für die Nichtchristen?
Sprechen Sie in Kleingruppen ca. 10 Minuten darüber. Die Ergebnisse oder Stichworte schreiben Sie auf kleine Folien-Stücke. Diese werden in der Gebetszeit „Bitte und Fürbitte“ aufgelegt und bilden Gebetsimpulse.
Zum Singen
- Gott ist gegenwärtig (EG 165)
- Jesu, geh voran auf der Lebensbahn (EG 391)
- Jesus, dir nach, weil du rufst
- Seid fröhlich in der Hoffnung, beharrlich im Gebet




