Zeugen sein – damit Gott geehrt wird
Sonntag, 17. Januar 2010
„Als das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk und schrieen: Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen wie ihr und predigen euch das Evangelium, dass ihr euch bekehren sollt von diesen falschen Göttern zu dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat. Zwar hat er in den vergangenen Zeiten alle Heiden ihre eigenen Wege gehen lassen; und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.“
(Apostelgeschichte 14,14–17)
Ergänzender Text: Philipper 2,5–11
Am Ende dieser Gebetswoche fragen wir uns: Worauf zielt letztlich unser Zeuge sein? Woran messen wir seine Wirkung (um von Erfolg erst gar nicht zu reden)? An der Häufigkeit unserer Bekenntnisse, der Zahl der Bekehrungen, am Gemeindewachstum, an der eigenen geistlichen Reife oder an irgendeinem anderen messbaren Wert? Und wenn das alles nicht vorliegt, sind wir dann vollmachtslos, hat Gott uns verlassen? Wie würden wir anhand unserer (un)eingestandenen Maßstäbe den Erfolg des Wirkens Jesu zum Zeitpunkt seiner Kreuzigung beurteilen? Natürlich, wir können uns mit ihm nicht vergleichen! Sein Leben und seine Hingabe waren einzigartig. Und doch werden wir in Philipper 2 aufgefordert, so gesinnt zu sein und unser Leben zu führen, wie es Jesus Christus und seinem Weg in die Erniedrigung entspricht. Nicht imitieren, aber inspirieren lassen! Keine Frage: Niemand ist wie er, aber jeder Christ soll immer mehr seinem Bild gleich werden.
Unser Zeugnis und Dienst, ja das ganze Leben eines Christen haben genau genommen nur eine Bestimmung: Gott zu ehren. Die Szene mit Barnabas und Paulus in Lystra macht das deutlich: Menschen, auch sehr begabte und zu Besonderem berufene, sind nichts anderes als was der Begriff Zeuge sagt. Sie zeugen für jemand anderes, der sie gesandt hat; sie sind Boten, die auf ihn weisen. Ihr Tun und Reden, ja ihr Leben, soll auf Gott hinweisen. Der auf den gekreuzigten Jesus weisende überdimensionale Finger von Johannes dem Täufer in Grünewalds berühmtem Gemälde am Isenheimer Altar sagt alles: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“
Zeugen sind dazu da, um auf den allmächtigen, aber so barmherzigen Schöpfer zu weisen: Seht an seiner Schöpfung, wie gut er zu uns ist! Sie sollen auf Jesus Christus weisen, den einzigartigen Retter für alle Menschen. Und sie können sich der Leitung des Heiligen Geistes anvertrauen, der allein ihr Lebenszeugnis in Taten und Worten beglaubigen und fruchtbar machen kann. Die größte Frucht, die am meisten Gott ehrt, sind Menschen, die ihrerseits zu Zeugen dieses wunderbaren Herrn werden. Ihm sei alle Ehre!
Axel Nehlsen, Pfarrer, Berlin
Zum Beten
Dank/Anbetung
- für die Hingabe von Jesus für uns am Kreuz
- dass wir ihn jetzt schon ehren können, dem sich einst alle Knie beugen werden
- dass er unsere Gebete (auch die der vergangenen Woche) zu unserem Besten erhört
- dass er uns durch unser Zeugnis, Tun und Beten zu Mitwirkenden beim Kommen seines Reiches gebraucht
- dass am Ende alle Gott ehren werden
Buße/Beugung
- Manchmal bekommen Menschen, Ideen und Programme in unseren Kirchen größere Ehre als Gott
- Nicht immer macht unser Lebensstil dem Herrn Jesus Christus Ehre
Bitte/Fürbitte
- um Zuversicht und Hoffnung in den gesellschaftlichen Umbrüchen der Gegenwart
- um erneuerte und beständige Werte in und nach der Finanz- und Wirtschaftskrise - bei Verantwortlichen und Bürgern
- um kreative Ideen, Projekte und Maßnahmen von Wirtschaft und Politik zur Schaffung von Arbeitsplätzen
- um Segen für Gottes erstes Bundesvolk Israel
- um Schritte zum Frieden zwischen Israel und den arabischen Staaten
- für die neue Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestags
- um Schutz vor Terroranschlägen und Katastrophen und Gottes Segen für unser Land und die Völker
Zum Singen
- Mein Jesus, mein Retter
- Ich lobe meinen Gott, der mich aus der Tiefe holt
Micha-Initiative: Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
Armutsbekämpfung ist eine wechselseitige Verantwortung von reichen und armen Staaten. Wir beten, dass die reichen Länder sich verpflichten, mehr Geld zu effizienter Entwicklungszusammenarbeit zu geben und eine gerechtere Handelspolitik betreiben. Wir bitten für verstärkte demokratische Prozesse in den armen Ländern, damit ein effektiver Kampf gegen die Korruption aufgenommen werden kann.
Impuls zum Jahr der Stille
Eine Kerze anzünden
Eine Kerze anzünden und am Kreuz oder einem Jesusbild abstellen als Zeichen der Hingabe.
So wie sich die Kerze brennend verzehrt, so will ich mich Gott im Dienst und in der Liebe hingeben.

