Zeugen sein –
aus der Begegnung mit dem Auferstandenen

Sonntag, 10. Januar 2010

„Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.“
(Apostelgeschichte 1,6–10)

Ergänzender Text: Lukas 24,13–35

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Zeugen sind Leute, die etwas erlebt haben, die dabei waren, als etwas passiert ist, die gesehen und gehört haben. Und sie spielen eine entscheidende Rolle, gerade bei der Ermittlung von Tatsachen vor Gericht.

Die Erlebnisse mit Jesus – das Hören seiner Worte, das Miterleben seiner Taten, aber auch seiner Reaktionen auf Anfeindungen und bei Konflikten – machen seine Jünger zu Zeugen. Sie erleben mit ihm Höhen und Tiefen und schließlich den absoluten Tiefpunkt – die Katastrophe der Kreuzigung. Als Zeugen seines Scheiterns packt sie tiefste Enttäuschung und blankes Entsetzen. Nach menschlichem Ermessen ist damit alles zu Ende. Von ihm ist nichts mehr zu sagen, sondern alles möglichst schnell nur noch zu vergessen.

Aber dann werden die Jünger Zeugen eines Ereignisses, das sie nicht nur aus ihrer Verzweiflung reißt, sondern selbst die letzten Grenzen der Welt sprengt. Sie werden Zeugen des Auferstandenen. Sie erleben, dass der Gekreuzigte nicht tot ist, sondern lebt. Plötzlich steht dieser Jesus in einem ganz anderen Licht und seine Worte und die Erfahrungen mit ihm sind noch viel bedeutungsvoller als bisher. Tatsächlich – Gott zeigt in ihm seine ganze Liebe und Macht. Tod und Sünde sind überwunden. Das ist die wichtigste, größte und beste Nachricht für die Welt – das ist „Evangelium“. Das müssen alle erfahren!

So setzt dieses Ereignis eine Bewegung – eine Zeugnisgeschichte – in Gang gegen alle Widerstände von Macht und Vernunft in dieser Welt. Trotz Androhung von Strafe (Apostelgeschichte 4,20) und trotz Ironie und Spott (1. Korinther 1,22+23) können die Zeugen nicht schweigen. Die Tatsachen stehen fest. Paulus nennt wenige Jahre nach diesen Ereignissen 514 Augenzeugen des Auferstandenen (1. Korinther 15,5+6). Lukas beschreibt, wie er die Zeugenaussagen gesammelt und geprüft hat (Lukas 1,1–4).

Diese Geschichte setzt sich fort bis heute – gegründet auf dem zuverlässigen Zeugnis vom Anfang, und weil der gegenwärtige Auferstandene selbst uns überzeugt, indem er selbst Glauben und Vertrauen in uns begründet.

Ulrich Materne, Referent der Deutschen Evangelischen Allianz

Zum Beten

Anbetung/Dank

  • für das großartige Geschehen der Auferstehung Jesu, dass Jesus lebt und sich offenbart
  • für die Zusage der Auferstehung zum ewigen Leben für Menschen, die an ihn glauben
  • für das Vorrecht der Begegnung mit dem Auferstandenen auch heute
  • für die Möglichkeiten zur Begegnung mit Jesus im Gebet während der Gebetswoche
  • für die Gabe des Heiligen Geistes
  • dass der Herr Jesus heute für uns beim Vater einsteht

Buße/Beugung

  • wir gehen oft so achtlos an dem Angebot Jesu vorüber, ihm zu begegnen
  • wir nutzen oft die Möglichkeiten des Gebets und damit die Möglichkeiten Gottes nicht

Bitte/Fürbitte

  • dass wir neu von dem Geschehen der Auferstehung und der Glaubwürdigkeit des Evangeliums ergriffen werden
  • dass wir die geistlichen Segnungen im Begegnen mit dem Herrn Jesus im Gebet und im Hören auf sein Wort neu entdecken
  • dass wir in unserer Umgebung mutige Zeugen von Gottes Handeln in Jesus Christus sind
  • dass wir allen Widerständen gegen das Evangelium im Glauben und Zeugnis begegnen
  • dass viele neu das Vorrecht des Gebets und der Begegnung mit dem Auferstandenen erleben und erfahren
  • dass die Christen eins werden im Gebet für die Welt
  • dass er uns täglich erfüllt mit dem Heiligen Geist

Zum Singen

  • Er ist erstanden, Halleluja EG 116
  • Leben aus der Quelle, leben nur aus dir

Micha-Initiative: Bekämpfung von extremer Armut und Hunger

25.000 Kinder, Frauen und Männer sterben jeden Tag an Hunger und Unterernährung. Jesus hat uns gelehrt für unser tägliches Brot zu beten. Wir flehen ihn an, dass er sich besonders den Millionen von Menschen zuwendet, die jeden Abend hungrig zu Bett gehen.

Impuls zum Jahr der Stille

„Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zu Reden ist, ich wurde ein Hörer.“
Sören Kierkegaard