Zeugen sein –
damit Menschen Orientierung finden

Samstag, 16. Januar 2010

„Als aber die Ältesten von Ephesus zu Paulus kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisst, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich in die Provinz Asien gekommen bin, die ganze Zeit bei euch verhalten habe, wie ich dem Herrn gedient habe in aller Demut und mit Tränen und unter Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfahren sind. … Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.“
(Apostelgeschichte 20,18+19+35)

Ergänzender Text: Markus 12,28–32

© Katherine Welles | Dreamstime.com

Lieben Sie Gott? Lieben Sie Ihren Nächsten? Wenn ja – wunderbar! An Ihnen können Menschen Orientierung finden. Wenn nein – dann haben Sie das Beste noch vor sich: ein Zeuge für Jesus zu sein. Dann leben Sie nicht mehr nur für sich. Dann können sich Menschen an Ihnen orientieren.

Die Bibel zeigt uns einen Gott zum Lieben. Das ist kein Gott zum Knutschen – bei Gott gibt es keine plumpe Vertraulichkeit – aber er ist auch kein Gott auf Distanz. Wenn Menschen in Deutschland überhaupt etwas von ihm gehört haben, dann haben sie ihn meistens als ganz, ganz heilig und damit ganz, ganz weit weg kennengelernt. Auf Deutsch: mit unserem Leben hat er nichts zu tun.

Ein furchtbarer Irrweg! Kein Wunder, dass Gott dann am Ende nur noch, wenn überhaupt, eine höhere Macht ist oder ein Prinzip, der Verursacher des Universums. Aber eine höhere Macht oder ein Prinzip kann man nicht lieben. Fatalerweise steht daher an vielen Stellen in den Kirchen die Liebe zum Nächsten viel mehr im Vordergrund als die Liebe zu Gott.

Die Frage nach der Liebe zu Gott ist dann schon ein bisschen peinlich. Auf einer Superintendentenkonferenz wurde einmal gefragt: „Habt ihr Jesus lieb?“ Da war vielleicht was los. Nächstenliebe ist etwas Großes und gehört unlösbar zum Wesen des Christentums. Nächstenliebe ist jedoch nicht alles. Sie ist kein Ersatz für die Liebe zu Gott. Nächstenliebe drückt die Liebe zu Gott aus. Eins gehört zum anderen Ohne die Liebe zu Gott kann man auch den Nächsten nicht lieben, jedenfalls nicht im Sinne des biblischen Liebens.

Menschen orientieren sich an Ihnen. Ob Sie wollen oder nicht. Deshalb: Lieben Sie Gott? Lieben Sie den Nächsten? 

Bernd Bierbaum, Pastor i.R., Bremen

Zum Beten

Anbetung/Dank

  • für die Liebe des dreieinigen Gottes zu uns
  • dass er uns beisteht in Leiden und Verfolgung
  • dass Jesus bei uns ist alle Tage
  • dass er der Herr ist über alles im Himmel und auf Erden – und trotzdem ein ganz naher Gott
  • dass er zugesagt hat, uns seine Liebe in unsere Herzen zu geben durch den Heiligen Geist
  • dass er uns gedient hat durch seinen Tod am Kreuz zu unserer Erlösung
  • für alle, die in der Liebe Jesu anderen Menschen dienen in Wort und Tat

Buße/Beugung

  • Oft praktizieren wir gegenüber anderen Menschen die hingebende und annehmende Liebe von Jesus nicht
  • Wir grenzen uns lieber ab statt auf andere zuzugehen und sie mit den Augen der Liebe Jesu zu sehen

Bitte/Fürbitte

  • dass wir Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst
  • dass wir für andere Menschen glaubwürdige Orientierung sind
  • für gewinnende Nächstenliebe in Wort und Tat
  • für mehr ehrenamtliches Engagement von Christen in der Diakonie
  • für die Mitarbeiter/innen in Pflegeberufen
  • für Jugendliche ohne Arbeit oder Ausbildungsplatz
  • für die Randgruppen der Gesellschaft, dass sie die Liebe Jesu durch Christen erfahren, Hilfe empfangen und durch den Glauben neue Lebensperspektiven erhalten

Zum Singen

  • Herr, wir sind zu dir gekommen, um in deinem Dienst zu stehn
  • O komm, du Geist der Wahrheit EG 136

Micha-Initiative: Ökologische Nachhaltigkeit

Klimawandel verschlimmert das Armutsproblem, arme Menschen können auf Umweltveränderungen oft nur ungenügend reagieren, Missernten haben fatale Folgen. Wir bitten Gott, den Schöpfer der Welt, uns zu helfen, dass wir weise Haushalter seiner Welt sein können und unseren Teil beitragen durch geringen Energieverbrauch und aktiven Umweltschutz.

Impuls zum Jahr der Stille

Gesten der Hände
„Herr, hier sind meine Hände. Lege hinein, was du willst.  Nimm hinweg, was du willst. Führe mich, wohin du willst. In allem geschehe dein Wille.“
Gefaltete Hände: ich tue selbst nichts, ich unterwerfe mich dem Willen Gottes, ich bin gehorsam
Offene Hände: ich bin arm und leer, ich habe nichts zu bringen, ich bin bereit zu empfangen