Zeuginnen gesucht
„Ihre Aufgabe ist im Grunde ganz einfach: Sie berichten lediglich, was Sie über den Vorfall, um den es geht, wissen und beantworten anschließend ergänzende Fragen. Verschweigen Sie dabei nichts, aber fügen Sie auch nichts hinzu.“
So erklären Juristen worauf es ankommt, wenn jemand als Zeuge bei Gericht aussagen soll. Viel anders ist das bei uns Christen auch nicht. Und doch fällt es uns so schwer, als Zeugen unseres Herrn Jesus aufzutreten. Dabei hat er uns Frauen einen ganz besonderen Auftrag erteilt. Obwohl Frauen zur Zeit des Neuen Testaments in Jerusalem offiziell nicht als Zeugen zugelassen waren, sind Frauen die ersten Zeugen der Auferstehung. Jesus beauftragt Maria: „Geh hin und sage es meinen Jüngern!“ (Johannes 20,17f)
Auch in der Apostelgeschichte wird uns von Frauen berichtet, die aktiv an der Ausbreitung der guten Nachricht von Jesus beteiligt waren.
Mit Lydia beginnt die Geschichte der Christenheit in Europa. Sie war eine bedeutende Geschäftsfrau, die sich auf der Suche nach Gott jüdischen Frauen angeschlossen hatte. Nachdem sie getauft war, stellte sie zuerst Paulus und dann der Gemeinde ihr Haus zur Verfügung.
Tabea aus Joppe wurde durch ihren diakonischen Einsatz als Schneiderin bekannt. Sie bezeugte auf diese Weise ihren Glauben. Durch ihre Auferweckung kamen noch mehr Menschen zum Glauben.
Priska hatte eine bedeutende Stellung unter den ersten Christen. Sie arbeitete mit ihrem Mann als Zeltmacher. Es fällt auf, dass ihr Name meist zuerst genannt wird, was für die damalige Zeit als ungewöhnlich gilt und das Verhältnis zwischen beiden beschreibt. War sie vielleicht als Lehrerin begabt?
Eunike stand als Christin allein in der Ehe. Ihr ungefärbter, aufrichtiger Glaube hat sich auf ihren Sohn Timotheus ausgewirkt. So wird sie zur Zeugin in ihrer eigenen Familie.
Anregungen zum Gespräch:
- Wie würden diese Frauen heute ihren Glauben bezeugen?
- Welche Möglichkeiten haben wir, speziell als Frauen, unseren Glauben weiter zu geben?
- Wie können unterschiedliche Lebensentwürfe von Frauen christliche Werte in unsere Gesellschaft transportieren?
- Was bedeutet es für Sie, dass Gott Sie als Frau geschaffen hat?
Die Rolle der Frau in der Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Das ist eine Herausforderung für uns Frauen in den Gemeinden. Wir sollten uns mit Wertungen unterschiedlicher Auffassungen zurückhalten. Aber unsere Zeit braucht Frauen, die sich ihrer schöpfungsgemäßen Rolle bewusst sind und diese öffentlich vertreten. Kaum jemand weiß, was sich hinter dem Begriff Gender-Mainstreaming verbirgt. „Hinter der Fassade verbirgt sich der Generalangriff auf die moralischen Normen, denen wir die abendländische Kultur verdanken.“, sagt Gabriele Kuby. Die wenigsten von uns werden sich an der gesellschaftlichen Auseinandersetzung beteiligen können. Aber wir sind gefragt als Vorbilder, die fröhlich und klar so leben, wie Gott es sich gedacht hat. Wir sollten das Thema in unseren Gemeinden ansprechen und Stellung beziehen.
Wir beten:
- Dank für Gottes gute Schöpfungsordnung, für persönliche Lebensführung, für unterschiedliche Frauenarbeiten und missionarische Möglichkeiten wie Frühstückstreffen für Frauen u. ä.
- Bitte um Vergebung, weil wir zu wenig über die uns von Gott zugedachte Rolle nachdenken und uns schnell in Rollen zwängen lassen, ohne zu prüfen
- Bitte um klare Ausrichtung bei der persönlichen Lebensplanung, um gute Vorbilder und Mütter im Glauben; für Berufstätige und Familienfrauen, dass sie an ihrem Platz fröhliche Zeuginnen sein können.
Margitta Rosenbaum, Referentin der Arbeitsgemeinschaft Biblische Frauenarbeit


