Sara – zweifelhafte Glaubensheldin

Gebetstreffen für Frauen

„Durch den Glauben empfing Sara, die unfruchtbar war, Kraft, Nachkommen hervorzubringen, trotz ihres Alters; denn sie hielt den für treu, der es verheißen hatte.“
(Hebräer 11,11)

© Yuri Arcurs | Dreamstime.com

„Völliges Vertrauen ist ein Bestandteil der Beziehung zu Gott – ein Vertrauen, das nur wachsen kann, wo auch Raum ist für den Zweifel.“  C.S. Lewis

Wie kommt ausgerechnet Sara in die Aufzählung der Glaubensvorbilder? War ihr Verhalten wirklich so rühmlich? Ein kurzer Rückblick auf ihr Leben gibt uns Einblick in ihren Glauben. Abraham verließ mit seiner Frau Sara die Heimat und damit alle Sicherheiten, die ein fester Wohnsitz und feste Beziehungen bieten. Sie war damals 65 Jahre alt. Der Kinderwunsch war unerfüllt geblieben. Ihr Name bedeutet: Fürstin. Sie war so schön, dass Abraham im fremden Land um sein Leben fürchtete und sie als seine Schwester ausgab. Keine Zeichen für einen besonders rühmlichen Glauben!

Auch Sara meinte, Gott nachhelfen zu müssen, und machte ihre Magd Hagar zur Leihmutter. Die Erzählungen über Sara zeigen uns keine Frau, die vor lauter Glauben immer getrost und unbeirrbar dem Ziel zustrebt. Glaube und Zweifel liegen nah beieinander. Sie wollte Gott gehorchen und ergriff doch selbst die Initiative. Gott nimmt seine Verheißung nicht zurück, trotz Irrwegen. Über allem Geschehen steht die Frage: Sollte Gott etwas unmöglich sein?

Auch wir werden täglich mit unserer Begrenztheit konfrontiert. Von Kind an lernen wir abzuwägen, was machbar, was unmöglich ist. Das hat nichts mit Unglauben zu tun. Das ist realistisch. Kritisch wird es nur dort, wo wir Gott auf unsere kleine Gedankenwelt begrenzen wollen, wo wir ihn auf unsere Vernunft reduzieren. Ohne kritisches Fragen gäbe es keine Entwicklung, Zweifel haben vieles in Gang gesetzt.

Doch Gottes Möglichkeiten übersteigen unsere Vorstellungskraft. Sara hat das am eigenen Leib erfahren. Sara wird zur Glaubensheldin, trotz Zweifel, trotz Irrwegen. Sie lief Gott nicht weg. Sie erlebte: Gott ist immer noch größer! Er kommt ans Ziel. Glauben heißt an Gottes Treue festhalten. Dabei geht es um Gottes Handeln und nicht um unsere Leistung.

Schwerpunkt

Zweifel kommt von „zweifach“, also zwiespältig. Jeder, der sich nicht mit fertigen Antworten zufrieden gibt, wird auch Zeiten des Zweifels durchleben.
Glaube wächst in der ehrlichen Auseinandersetzung mit unseren Fragen. Gott hält unsere Zweifel aus. Er kommt dennoch ans Ziel mit uns.

Vorschlag zur Gestaltung

Die Lebensgeschichte von Sara in Ausschnitten erzählen
(1. Mose, Kapitel 12 bis 23)

  1. Die Glaubensheldin
  2. Zweifel erlaubt (1. Mose 18,1–15)
  3. Gott kommt zum Ziel

Fragen zum Gespräch

  • Welche Fragen würde ich Gott gerne stellen?
  • Welche Erwartungen haben wir an Gott? (He­bräer 11,11b)
  • Was bewahrt vor Verzweiflung?
  • Wer kann Erfahrungen weitergeben, die von Gottes Führung trotz Zweifel handeln?
  • Wie begegnen wir zweifelnden Menschen?

Gebet

Anbetung und Dank

  • für den großen Gott, der mit unserem Verstand nicht zu erfassen ist
  • für Erfahrungen mit dem Gott, der trotz Zweifel in unserem Leben erfahrbar ist
  • für Gottes Geduld mit uns, trotz unserer Zwiespältigkeit
  • für Gottes Handeln in unserer Zeit

Beugung und Bitte um Vergebung

  • weil wir Gott auf unsere Vernunft reduziert haben
  • weil wir nicht ehrlich unsere Zweifel aussprechen
  • weil wir Zweifler nicht ernst genommen haben

Bitte und Fürbitte

  • für unseren Glauben, der in Krisen wachsen soll
  • für Menschen, die Gott noch nicht kennen
  • für alle, die Menschen in Krisen und Zweifeln begleiten