Zur Nachfolge berufen

Mittwoch, 9. Januar 2008

„Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?“
(Matthäus 16,24–26)

Text zur Ergänzung: Matthäus 19,16–26

Berufen zur Nachfolge? Na klar, ich bin von Gott dazu berufen. Das weiß doch jeder Christ  was gibt’s da noch groß zu sagen? Moment mal! – Ist Nachfolge denn etwas anderes als wiedergeboren zu sein, als Leben mit Jesus? Als Jesus in mein Leben kam, da bin ich von meinen Sünden errettet worden. Ich kann mit Gott reden und er antwortet mir. Er hilft, er heilt, er vergibt, er verändert mich – kurz gesagt: er liebt mich! Ist das denn nicht schon Nachfolge?

Was bedeutet nun aber, wenn Jesus sagt, dass ich mein Leben verlieren soll?
Heißt das, dass ich mich nicht selbst verwirklichen kann, dass ich mir selbst keine Ziele setzen darf? Ja, es ist so, um Jesu willen muss ich manchmal selbst gesteckte Ziele aufgeben. Da ich Jesus nachfolge, bin ich doch von seinen Idealen und seinen Vorstellungen überzeugt und möchte von ihm geprägt werden. Ich verlasse also meinen eigenen Weg und gehe Jesus hinterher.

Hier habe ich mein Leben in dreifacher Weise neu auszurichten. Ich muss mich selbst verleugnen, d.h. meine eigenen Sehnsüchte und Wünsche hinten anstellen. Ich muss mein Kreuz täglich tragen, d.h. die täglichen Widrigkeiten dieser Welt annehmen. Und drittens muss ich als Jünger Jesu seinen Weg nachgehen. Das schließt auch den Weg ins Leiden mit ein. Will ich aber mein eigenes Leben erhalten, werde ich es unweigerlich verlieren. Dabei verliere ich jedoch nichts von meiner eigenen Persönlichkeit. Verliere ich es aber, setze es also in der Nachfolge aufs Spiel, werde ich es finden. Dietrich Bonhoeffer sagt zur Nachfolge: „Keinen Weg lässt uns Gott gehen, den er nicht selbst gegangen wäre und auf dem er uns nicht vorausginge.“ Das ist Er-
mutigung und Aufforderung, jeden Tag in der Nachfolge Jesu weiterzugehen.

Niko von Abendroth

Zum Beten

Gebetsschwerpunkt: Lust und Last der Nachfolge

Gott legt uns eine Last auf; aber er hilft uns auch. (Psalm 68,20)

Anbetung und Dank

  • Gott hat einen Plan für diese Welt – er hält alles in seiner Hand
  • Gottes Vaterliebe und Güte
  • für Veränderung, Hilfe, Heilung und Vergebung in unserem Leben
  • Jesus ist unser Vorbild, er hat uns vorgelebt, was Nachfolge und Gehorsam gegenüber Gott bedeuten

Beugung

  • dass wir so wenig ermutigende Modelle und Lebensgeschichten bieten, die zur Nachfolge in guten und schweren Zeiten ermutigen

Bitte

  • dass wir erkennen, welche unserer Wünsche und Sehnsüchte Gottes Auftrag mit unserem Leben hemmen
  • um Mut zum Verzicht und das Kreuz täglich neu auf sich zu nehmen
  • um Leitung durch Gottes Geist im Alltag

Weitere Gebetsanliegen

  • für junge Gläubige, die Herausforderung der Nachfolge zu wagen
  • für verfolgte Christen weltweit, dass sie Kraft zur Nachfolge behalten

Zur Gestaltung

Gestaltungsidee

Kleine Kreuze aus Pappe oder Holz verteilen, die an das Kreuz erinnern, das ich in der Nachfolge auf mich nehmen muss.

Liedvorschläge

  • Wer Gott folgt, riskiert seine Träume
  • Jesus, dir nach, weil du rufst
  • Ich geb’ mein Leben hin an dich, o Herr

Kollektenempfehlung

Das Team der Mitarbeiter der Evangelischen Allianz ist auch dazu da, die gesamte Arbeit im Land zu koordinieren, örtliche Allianzgruppen zu schulen und Verkündigungsdienste wahrzunehmen. Diese Arbeit kann nur getan werden, wenn dafür Kollekten eingehen – andere Einnahmen haben wir nicht. Danke, wenn Sie uns mit Ihren Gaben dabei helfen!