In Bedürfnissen versorgt
Freitag, 11. Januar 2008
„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.“
(1. Petrus 5,7+10)
Text zur Ergänzung: Apostelgeschichte 6,1–8
Als Martin Luther längere Zeit sehr niedergeschlagen war, trat seine Frau Katharina plötzlich in schwarzer Trauerkleidung in sein Zimmer. „Wer ist gestorben?“ fragte Luther erschrocken. „Der Herrgott, nehme ich an“, antwortete sie, „denn du meinst ja, alle Sorgen selbst tragen zu müssen.“
Anlass zur Sorge gibt es genug, auch im Leben von Christen: Krankheit, Finanznöte, Erziehungs- und Schulprobleme mit den Kindern, Arbeitslosigkeit, zerrüttete Beziehungen in Ehe und Familie. Aber was ist, wenn Gott trotz unseres Betens nicht eingreift? Zur bleibenden Sorge kommen Zweifel und Anfechtung: „Anderen hilft Gott, mir aber nicht.“
Petrus schreibt vom Leiden. Er weiß also, dass Probleme, Bedrängnisse und Nöte nicht immer gleich verschwinden. Martin Luthers Leben war bis zum Ende von Schwierigkeiten erfüllt. Aber Leiden und Sorgen sind nicht dasselbe. Sorgen sind eine mögliche Reaktion auf das Leiden. Die andere ist Vertrauen. Sorgen ändern nichts zum Besseren. Sorgen zermürben; sie rauben uns die Kraft; sie lähmen oder verführen zu falschem Aktivismus. Wir kreisen um uns selbst, statt frei zu sein für Gott, seine Aufträge und Möglichkeiten. Auch wenn sich die Situation nicht ändert: Die Entscheidung zwischen Sorgen und Vertrauen liegt bei uns.
Mitten in den Schwierigkeiten ist Gott schon am Werk. Er schenkt unserem Glauben ein Fitnessprogramm: „Er will euch aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.“ Gott lehrt uns eine Disziplin, die uns nicht liegt: Das Werfen. Das Sorgen-auf-ihn-werfen, das Vertrauen auf seine Zusage, ist ein Glaubensmuskel, der nur durch ständige Übung erstarkt. Wir werden Männer und Frauen Gottes, die ein Ja haben zu Gott und seinem Weg mit uns – und deren Herzen auch im Sturm mit Frieden erfüllt sind.
Magdalena Paulus
Zum Beten
Gebetsschwerpunkt: Sorgen auf ihn werfen
Beten und glauben wir auf Sorgen und Probleme fixiert – oder orientiert hin auf die Verheißungen und das Potential Gottes? Häufig sind wir in unseren persönlichen und gemeinsamen Gebeten schnell dabei, Sorgen und Anliegen vor Gott zu bringen. Ermutigen Sie die Betenden heute doch einmal stattdessen die großen Möglichkeiten und Zusagen Gottes aus seinem Wort aufzugreifen, für sie zu danken, sie zu „proklamieren“ und die Sorgen dann auf dieser Grundlage „wegzuwerfen“.
Anbetung und Dank
- für die guten Absichten und Gedanken Gottes über jedem Leben
- für die Verheißungen und Zusagen in seinem Wort
- für bereits erlebte Gebetserhörungen und Verbesserungen in unserem gesellschaftlichen Umfeld
Beugung
- für unsere Armut an Glauben, Hoffnung und Zuversicht
Bitten
- Menschen in Not in unserer Nachbarschaft
- Randgruppen in unserer Umgebung
- Kranke und Einsame
Weitere Gebetsanliegen
- aktuelle Herausforderungen im Nahen Osten und bei uns für Israel, das Volk des Alten Bundes
Zur Gestaltung
Gestaltungsidee
Man kann den Abend mit einer kleinen Brotmahlzeit o. ä. beenden. Gott begegnet sowohl unseren körperlichen als auch den geistlichen Bedürfnissen.
Liedvorschläge
- Herr, deine Güte reicht so weit
- Herr, deine Gnade, sie fällt auf mein Leben
- Wenn die Last der Welt
- Ist Gott für mich so trete (EG 351)
Kollektenempfehlung
Jährliche Tagungen des Perspektiv-Forum Behinderte der Evangelischen Allianz werden als integrierte Tagungen von Behinderten und Nicht-Behinderten gestaltet. Mitarbeiter aus Gemeinden werden geschult zu einem verantwortlichen Umgang. Danke für Ihre Unterstützung dieser Arbeit, die noch eher am Rand als im Mittelpunkt des Interesses der Allianzgemeinden steht.

