„Komisch! Man wird ganz anders!“
„Komisch!“ sagte meine Oma. „Man wird ganz anders!“
Was war passiert? Ihr Enkel war nach Wetzlar gezogen. War Redakteur beim Evangeliums-Rundfunk geworden. Was Oma schade gefunden hatte. Denn nun konnte sie ihn nur noch selten sehen. Was aber irgendwie auch ganz praktisch war. Denn sie konnte ihn hören. Der „Junge“ nämlich machte nun Radiosendungen. Und die schafften es bis in ihre kleine Dachwohnung im Sauerland.
Also fing Oma an den ERF zu hören. Und Opa auch. Um den Jungen zu hören. Aber irgendwann war das nicht mehr der einzige Grund. Das Programm aus Wetzlar hatte seinen festen Platz im Tagesablauf der beiden alten Leute gefunden.
Und dann sagte Oma diesen Satz. Eines Tages. „Komisch! Man wird ganz anders!“
Durch den ERF? Nein, wohl eher durch das Wort Gottes, das da Tag für Tag ausgestrahlt und ausgelegt wurde. Sie waren vorher keine Atheisten gewesen, beileibe nicht. Aber Gott war ihnen doch nie so nahe gekommen, dass sie „mein Gott“ hätten sagen können. Nun konnten sie.
Irgendwann sind beide mit diesem Gott eingeschlafen. Und im selben Moment, da bin ich ganz sicher, in einem anderen Leben, einer anderen Welt wieder aufgewacht.
Menschen werden anders, wenn sie es mit Gott zu tun bekommen, mit seinem guten Wort. Menschen werden verwandelt, wenn ihnen der Gekreuzigte und Auferstandene begegnet.
Das wollen wir bedenken in dieser Woche. Davon wollen wir einander erzählen. Dafür wollen wir Gott danken.
Und ihn gleichzeitig bitten, dass er damit nicht aufhört. „Ein Christ ist im Werden und nicht im Ge-wordensein“, schreibt Martin Luther. Was ein Ernüchterungssatz ist! Nie sind wir fertig. Nie ist er fertig mit uns. Was aber vor allem ein Hoffnungssatz ist! Für uns, für unsere Gemeinden, für die Evangelische Allianz! Nichts muss so bleiben wie es ist.

Es schreibt Ihnen:
Jürgen Werth, Vorstandsvorsitzender von ERF-Medien, von 2007 bis 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz



