30 Tage Gebet für das Jahr 2007
Selbstmordattentäter
27. September 2007
„Der Islam ist ein Baum der Ewigkeit, er braucht Märtyrerblut zum Gedeihen.“
Ayatollah Khomeini
In den vergangenen Jahren sind an vielen Orten der Welt Selbstmordattentate von Menschen verübt worden, die sich auf den Islam beriefen. Wer sind diese Selbstmordattentäter und was motiviert sie zur Tat? Ist es die Verheißung des Paradieses?
Weder der Islam noch der Koran befürworten den Selbstmord, ganz im Gegenteil. Nach islamischem Verständnis ist es Gott, der über Tod und Leben entscheidet. Selbstmord gilt daher als Zeichen des Unglaubens. Im Denken von Extremisten jedoch werden Selbstmordattentate und Märtyrertum zu heiligen Handlungen.
Selbstmordattentate sind kein neues Phänomen. Ihre Geschichte reicht ins Mittelalter zurück. Damals verbreitete die schiitische Sekte der Assassinen unter ihren (sunnitischen) Feinden Angst und Schrecken. Während des Zweiten Weltkrieges machten japanische Kamikazepiloten von sich reden. Im Iran-Irakkrieg 1980–88 trugen Kinder und Jugendliche Stirnbänder mit der Aufschrift „Allahu akbar – Allah ist größer“ und um den Hals Schlüssel, die ihnen nach ihrem Märtyrertod die Pforte zum Paradies öffnen sollten. Sie wurden meist ohne Waffen und Ausbildung an die vorderste Front geschickt, räumten Minen und fingen Gewehrsalven ab. Sie starben zu Zehntausenden. Auch im Libanonkrieg nahm die Hisbollah in den 80er Jahren Bezug auf das Motiv des Märtyrertums.
Das beängstigendste und folgenschwerste Selbstmordattentat war sicher der Angriff auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. Durch die Anschläge in Madrid und London 2004 und 2005 ist der Terror nun auch bei uns im Westen angekommen.
Die in vielen islamischen Ländern zunehmende Verarmung der Bevölkerung und die damit verbundene Perspektivlosigkeit der Jugend spielen sicher eine Rolle. Wer nichts mehr zu verlieren hat, ist vielleicht eher bereit, sein Leben zu opfern. Was aber motiviert junge Menschen, die nicht alle verarmt, ungebildet oder ohne Perspektive sind, als Märtyrer sterben zu wollen?
Zum einen verleiht ein Selbstmordattentat in den Augen vieler großes Ansehen. Der Attentäter wird verehrt, andere wollen ihn nachahmen. Manche palästinensischen Gruppen feiern den Tod eines Selbstmordattentäters wie seine Hochzeit. Andere Gründe sind die als Demütigung erfahrene Unterlegenheit gegenüber dem Westen, tief empfundene Ohnmacht gegenüber früheren Besatzern und heutigen Kriegsherren. Dazu kommen finanzielle Anreize und eine Radikalisierung durch den Aufruf, dem Islam durch Kampf zu seinem „verdienten“ Sieg zu verhelfen, der sich in den Herzen und Köpfen der Menschen festsetzt. Denn die „Schande“ der Unterwerfung und Unterlegenheit wird oft mehr gefürchtet als der Tod.
Gebetsanliegen:
- Frieden und Gerechtigkeit in den Krisenherden der Welt.
- Arbeit, Perspektive und Hoffnung für die vielen Jugendlichen in islamischen Ländern.
- Die Erfahrung von Jesus verändernder Liebe, der allein die Herzen der Verwundeten heilen kann.


