30 Tage Gebet für das Jahr 2007

Die Kurden im Libanon

20. September 2007

Die kurdische Bevölkerung im Libanon wird auf etwa 80.000 Menschen geschätzt. Die meisten von ihnen stammen ursprünglich aus der Südost-Türkei: Eine erste Welle von Einwanderern kam in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg, besonders, als ein kurdischer Aufstand in der Türkei 1925 scheiterte. Viele andere kamen nach dem 2. Weltkrieg bis Anfang der 1960er Jahre. Auch damals waren es viele Kurden aus der Türkei, aber mehr noch aus Syrien, die vor den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Problemen dort flohen. Daneben gibt es eine ganze Reihe kurdischer Familien, die seit mehreren Jahrhunderten im Libanon beheimatet sind. Heute leben die meisten Kurden in Westbeirut, Sidon, Tripolis und im Bekaa-Tal an der syrischen Grenze.

Praktisch alle Kurden im Libanon sind Sunniten. Das allein bringt sie in Gegensatz zur größten religiösen Gruppe des Landes, den Schiiten inklusive der Hisbollah. Die meisten Kurden im Libanon sprechen Kurmandschi, aber ein beträchtlicher Teil der Kurden ist auch in die arabische Bevölkerung integriert und spricht Arabisch. Die Kurden sind nach den Armeniern die zweitgrößte nicht-arabische Bevölkerungsgruppe, werden aber offiziell nicht als Volksgruppe anerkannt. Daher gibt es auch keine Vertreter der Kurden im libanesischen Parlament.

Während langer Jahre hatten die meisten Kurden kein libanesisches Bürgerrecht. Vielen war nicht bewusst, das dies wichtig werden könnte, und später war es fast unmöglich, es noch zu bekommen. Dabei spielte die Frage, ob Muslime oder Christen die Mehrheit im Libanon stellen, eine große Rolle.

Sehr viele Kurden leben am Rand der Armutsgrenze oder darunter. Viele können nicht lesen und schreiben, und nur wenige verfügen über Wohneigentum. Die allermeisten Kurden gehören zur unteren Schicht, die im Libanon aus Taxifahrern, Gemüseverkäufern, Frisören, ungelernten Tagelöhnern, Bürojungen, Bediensteten und unselbständigen Handwerkern besteht. Viele arbeiten auf dem Bau oder im Straßenbau und haben meist keine Altersvorsorge oder Krankenversicherung. Ingenieure, Ärzte oder Juristen findet man kaum.

Die Kurden waren stark vom Bürgerkrieg im Libanon von 1975–1991 betroffen. Sie nahmen an den Kämpfen teil und hofften, dadurch ihre schwierige Situation verbessern zu können. Stattdessen wuchsen die Probleme zwischen den Volksgruppen und die Kurden wurden zusehends ärmer. Sie besaßen während des Krieges weder Einfluss noch Macht und standen den Milizen der Christen, Schiiten und der syrischen Armee gegenüber, ohne etwas gewinnen zu können. Tausende Kurden flohen nach Europa oder zogen sich ins drusische Berggebiet oder ins Bekaa-Tal zurück.

Heute haben die Kurden im Libanon wenige Freunde und es gibt kaum Menschen, die sich für sie einsetzen. Die meisten haben das Evangelium noch nie gehört, und es gibt nur ganz wenige Christen unter ihnen.

Gebetsanliegen:

  • Die wenigen Gemeinden und Christen, die unter Kurden im Libanon arbeiten, brauchen Bewahrung und Kraft für die Weiterführung ihrer Arbeit.
  • Die vermehrte Produktion von Audio- und Videomaterial in Kurmandschi für Analphabeten.
  • Die wenigen kurdischen Christen im Libanon und ihre Familien brauchen Gebet.
  • Vermehrte Offenheit der Kurden dem Evangelium gegenüber, so dass diejenigen, die sich nach Leben und Wahrheit sehnen, es in Jesus finden.