30 Tage Gebet für das Jahr 2007
Liberia - das Land der Freien
19. September 2007
„Die Liebe zur Freiheit brachte uns hierher“ war das Motto der entlassenen Sklaven aus den USA, die 1847 die heute noch bestehende Republik Liberia gründeten, das „Land der Freien“. Die entlassenen Sklaven kannten aus eigener Erfahrung nur eine Gesellschaftsform, in der es Herren und Sklaven gab. Nun wollten sie, die zu diesem Zeitpunkt etwa 1% der Bevölkerung ausmachten, die Herren sein. Die ansässigen Einwohner waren für sie nur „Stammesleute“, „Wilde“ ohne Kultur.
Das westafrikanische Land lebte in relativer Ruhe, bis 1980 Kämpfe um Nahrungsmittel in einen Bürgerkrieg mündeten. In den Kriegen von 1989–1996 und 2002–2003 wurde das „Land der Freien“ fast völlig zerstört.
Liberia ist ethnisch und religiös ein vielfältiges Land. Ungefähr 40% der Einwohner sind Christen, 40% Animisten und 20% Muslime, die vornehmlich im Nordwesten leben. Es gibt 16 Stämme und heute etwa 5% Ameriko-Liberianer. Die überwiegend muslimischen Stämme sind die Mandinka, Vai, Gbandi und Mende. In der Hauptstadt Monrovia wohnen auch viele Muslime aus anderen Ländern. Die muslimische Präsenz ist leicht an den vielen Moscheen, Islamschulen und der traditionellen Kleidung der Menschen zu erkennen. Es ist unübersehbar, dass der Islam in Liberia wächst.
Viele liberianische Christen wissen so gut wie nichts über den Islam. Einige sind wegen des Bürgerkrieges Muslimen gegenüber sehr negativ eingestellt. Die Regierung von Charles Taylor (1997–2003) förderte außerdem den Islam. Dass die UN-Friedenstruppe 2006 von Muslimen dominiert wurde, machte die Lage nicht einfacher. Die Moscheen des Landes wurden renoviert und neue erbaut. Einige der Soldaten bekamen mit Liberianerinnen Kinder, die ja nach dem islamischen Gesetz automatisch Muslime sind.
Das ganze Land leidet an seiner Unterentwicklung. Die Stammeskonflikte, die den Bürgerkrieg auslösten, sind noch immer vorhanden. Die Gemeinde Jesu steckt in Liberia noch in den Kinderschuhen, und zwar sowohl zahlenmäßig als auch geistlich. Die traditionellen Stammesreligionen sind weiterhin stark.
„Wenn das Christentum in der liberianischen Gesellschaft Einfluss nehmen will, muss die liberianische christliche Gemeinde sich mehr und besser um die Armen bemühen, gegen die dem System innewohnenden Korruptionspraktiken der Regierung vorgehen, rituelle Morde verdammen und vor allem für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit für alle sorgen. Wenn Christen diese sozialen Krankheiten nicht anpacken, wird der Islam diesen Mangel ausfüllen und das Christentum an den Rand drängen.“ (J. Patrick Flomo, The Perspective)
Gebetsanliegen:
- Frieden, der aus dem Frieden mit Gott entspringt, ist die einzige Möglichkeit, das Land zur Ruhe zu bringen.
- Möge der Same des Wortes Gottes, den viele Verkündiger im Land ausstreuen, ein großer Baum werden.
- Die Poro- und Sande-Geheimbünde lehren junge Menschen, übernatürliche Kräfte zu suchen. Nur unser Herr Jesus kann diese Ketten der Finsternis durchbrechen.
- Jedes Jahr brechen während des Fastenmonats Konflikte aus. Es ist ein Anliegen, dass stattdessen die Frohe Botschaft verkündigt werden kann.
- Die Kirchen sind nicht genügend auf die Arbeit unter Muslimen vorbereitet und können Interessierten kaum weiterhelfen. Gottes Liebe für die Verlorenen muss die Triebfeder für alle Christen in Liberia werden.


