30 Tage Gebet für das Jahr 2002

Königreich Saudi-Arabien

12. November 2002

21,6 Mio. Menschen

Das Königreich Saudi-Arabien ist das größte und mit 21,6 Mio. Einwohnern auch das bevölkerungsreichste Land der Arabischen Halbinsel. 73% sind Saudis, 11% Araber aus anderen arabischen Staaten, der Rest Arbeiter aus Indien, Pakistan, Bangladesh und den Philippinen. Hinzu kommen 120.000 Fachkräfte aus westlichen Ländern. Einer von vier Einwohnern Saudi-Arabiens ist damit Ausländer. In den letzten Jahren hat die Regierung die einheimische Bevölkerung stärker in den Arbeitsprozess integriert, mehr und mehr auch die saudi-arabischen Frauen.

Heute leben etwa 85% der Bevölkerung in den städtischen Ballungsräumen: In der Hauptstadt Riyad 3,3 Mio., in Jeddah 2,1 Mio. und in Mekka 920.000 Menschen. Das Land besitzt die größten bekannten Ölreserven der Welt. Dennoch stagniert die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Der Unterschied zwischen Armen und Reichen wird größer, die sozialen Probleme nehmen zu. Männer und Frauen tragen weithin die traditionelle arabische Kleidung: Männer die Ghutra (Kopfbedeckung) und den Thob (weißes Gewand), Frauen in der Öffentlichkeit einen schwarzen Gesichtsschleier und die Abaya (schwarze Robe). Die meisten saudischen Familien leben in Großfamilien mit klarer Rollenverteilung. Die Polygamie ist häufig. Der Mann ist das Oberhaupt der Familie; die Frau übt großen Einfluss innerhalb des Hauses aus. Außerhalb des Hauses sind die Geschlechter strikt voneinander getrennt. Kinder gehen ab 7 in getrennte Schulen. An der Universität dürfen Frauen Vorlesungen von männlichen Professoren nur per Video verfolgen. Sie dürfen weder Fahrrad noch Auto fahren. Erst 1973 promovierten die ersten 12 saudi-arabischen Frauen.

Saudi-Arabien ist die Wiege des Islam und Hüter der zwei heiligsten Stätten, Mekka und Medina, die von Nichtmuslimen nicht betreten werden dürfen. Die etwa 1,2 Mrd. Muslime beten fünfmal täglich in Richtung Mekka. Jährlich besuchen über zwei Mio. Pilger Saudi-Arabien zur Hadsch, für viele Muslime der geistliche Höhepunkt ihres Lebens.

Das Rechtswesen und die Gesellschaft sind vom islamischen Gesetz, der Shari‘a, geprägt. Dazu gehören Steinigungen, Amputationen und Enthauptungen. Mord, Ehebruch, Abfall vom Islam und, abhängig von den Umständen, auch Vergewaltigungen und bewaffneter Raub mit Todesfolge werden mit dem Tode bestraft.

Saudi-Arabien ist der Sitz von zwei der wichtigsten islamischen Organisationen, der Islamischen Konferenz und der Weltmuslimliga, deren Ziel die Ausbreitung des Islam mit Milliardenbeträgen ist. Durch die internationale Struktur und Bündelung der Kräfte wurde die Reislamisierung vieler Länder vorangetrieben.

Vor dem 7. Jh. war ein großer Teil der Bevölkerung Saudi-Arabiens christlich. Heute gibt es arabische Christen nur im Verborgenen. Eine einheimische Gemeinde existiert nicht. Auch die etwa 900.000 ausländischen Christen müssen mit Verhaftung und Ausweisung rechnen, wenn sie ihren Glauben praktizieren. Obwohl Saudi-Arabien die UN-Charta unterzeichnet hat, die Religionsfreiheit garantiert, erwartet alle, die vom Islam abfallen, die Todesstrafe. Dennoch kommen immer wieder Saudis zum Glauben, viele von ihnen durch Radiomissionen oder im Ausland.

Gebetsanliegen:

  • Geistliche Aufnahmebereitschaft für das Evangelium (Jesaja 55,11)
  • Die arabischen Gläubigen im Untergrund: Bewahrung, geistliches Wachstum, gläubige Ehepartner, geistliche Leiterschulung, Seelsorger
  • Gott kann die vielen christlichen „Zeltmacher" (die gläubigen Haushilfen und Kindermädchen, Ingenieure, Ärzte, Dozenten und Englischlehrer) gebrauchen.
  • Die weltweite Mobilisierung des Gebets für Saudi-Arabien und die Saudis. (Eine ähnliche Aktion für Marokko ist diesem Lande zu großem Segen geworden.)