30 Tage Gebet für das Jahr 2002

Die Malakote in Kenia

10. November 2002

etwa 17.000–20.000 Menschen im Tanagebiet in Ostkenia

Die Malakote waren bis vor einigen Jahren ein völlig unerreichtes muslimisches Volk im ostafrikanischen Kenia. Am Abend des 24. Dezember 1991 fuhr der erste Missionar unter den Malakote, der in Kenia als Bibelübersetzer arbeitete, mit seinem kleinen Motorrad zum Dorf Jajabho im Tana River District. Seine Freunde hatten ihm erzählt, dass es dort ein Problem mit tairen gebe. Tairen ist eine Art Dä-monenaustreibung, die die muslimischen Malakote von einem animistischen Nachbarvolk übernommen haben.

Mitten in der Nacht sollte bei den Malakote die tairen-Zeremonie vollzogen werden. In der Mitte der tanzenden Männer sass auf einem Gartenstuhl eine Mutter mit ihrem Baby, beide von bösen Geis-tern geplagt. Ein Stammesführer hatte dem hinzutretenden Missionar erklärt, es handele sich um „die Teufelskrankheit“: Niemand könne da helfen. Selbst der Exorzismus des tairen bringt allenfalls vorübergehende Erleichterung. Die Dämonen fahren aus, in ihr nächstes Opfer ein oder sie kehren zurück (Matthäus 12,45). Keine fromme islamische Handlung kann die Lösung des Problems bringen. Der Missio-nar konnte damals nur still für das Volk der Malakote beten. Die Not dieses Volkes bereitete ihm großen Schmerz. Damals gab es unter den 17–20.000 Malakote keinen einzigen Christen.

Ein Jahr später sass derselbe Missionar weinend in der Hauptstadt Nairobi, ein paar hundert Kilometer westlich vom Gebiet der Malakote. Stammesfeh-den und mehrere Überfälle hatten ihn und seine Fa-milie zur Flucht aus dem Tanagebiet gezwungen, noch bevor die Arbeit richtig hatte beginnen können. In der Nähe des Tana-Flusses brechen immer wieder Kämpfe aus. So fand die gerade begonnene Arbeit unter den Malakote ein vorzeitiges Ende.

Verglichen mit der Situation vor zehn Jahren ist die Lage für das kleine Volk der Malakote heute nicht mehr ganz so trostlos! Die Malakote sind nicht mehr ganz unbekannt in Kenia. In der Hauptstadt Nairobi gibt es Gemeinden, in denen regelmäßig für die vom Evangelium unerreichten Menschen am Tana-Fluss gebetet wird. Christliche Studenten erwägen, unter den Malakote zu arbeiten. Es gibt inzwischen etwa ein halbes Dutzend kenianischer Missi-onare, die in ihrem Land das Evangelium weitersagen möchten und ebenso viele Malakote, die an Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser glauben.

Dennoch bleibt der Islam bisher die Religion, die von fast allen praktiziert und ernst genommen wird. Den Fastenmonat Ramadan halten sehr viele, und der Geburtstag Muhammads, des Verkünders des Islam, wird jedes Jahr groß gefeiert. Einzelne Malakote sind sogar als Koranlehrer in anderen Landesteilen im Einsatz. Manche träumen von einer Pilgerfahrt nach Mekka.

Die Malakote sind arm und leben einfach, die meisten sind Analphabeten. Die wenigen staatlichen Schulen im Tanagebiet gehören eindeutig zu den „Schlußlichtern“ in Kenia. Der Ackerbau am Flussufer und die Imkerei im Wald, das Fallenstellen und das Fischen ermöglichen den Malakote das Überleben. Die Frauen flechten Körbe und Matten, die sie mit etwas Glück auf dem Markt in Garissa oder Bura verkaufen können, so wie die Männer den Honig. Ein Fahrrad oder ein Radio zu besitzen, gilt schon als Errungenschaft. Möge Gott mächtig wirken, damit die Malakote am 24. Dezember 2002 nicht nur aus dem Radio erfahren, dass Weihnachten ist. (Hans-Josef Roßbach)

Gebetsanliegen:

  • Das Bibelübersetzungsprojekt, das vor zehn Jahren abgebrochen werden mußte, sollte wieder aufgegriffen werden.
  • Die kenianischen Missionare brauchen Weisheit und Bewahrung, Ausdauer und jede erdenkliche Unterstützung.
  • Treue der wenigen Malakote-Christen zu ihrem Herrn Jesus Christus und Wachstum im Glauben.
  • Kenianische Missionare verfolgen Pläne, den Imkern mit modernen Bienenstöcken praktisch zu helfen. Zur Verwirklichung guter Ideen fehlt aber Geld.