30 Tage Gebet für das Jahr 2002

Muslime in den Niederlanden

08. November 2002

Etwa 800.000 Menschen

Obwohl die Niederlande durch ihre ehemaligen Kolonien schon seit langem Verbindungen zur islamischen Welt hatten und einige Muslime aus Indonesien und Surinam nach Holland eingewandert waren, wurden sich die meisten Holländer erst ab Mitte der 60er Jahre der Anwesenheit der Muslime bewusst, als der große Zuzug türkischer und marokkanischer Arbeitskräfte begann.

Am Anfang kamen nur Männer, die nur kurze Zeit in Holland bleiben wollten. Sie waren billige Arbeitskräfte für die boomende holländische Wirt-schaft. Da sich diesen Menschen aber in ihren Hei-matländern auf Dauer keine Aussicht auf Arbeit bot, kam es nach dem Anwerbestopp durch Familienzusammenführungen zu einem stetigen Wachstum der türkischen und marokkanischen Bevölkerung. Heu-te leben etwa 800.000 Muslime in den Nieder-landen: 310.000 Türken (davon mindestens 40.000 Kurden aus der Türkei), 290.000 Nordafrikaner (90% aus Marokko), 70.000 Surinamer. Die übrigen 130.000 sind meist als Asylbewerber eingewandert. 45.000 kommen aus Iran und Afghanistan, 30.000 aus dem Nahen und Mittleren Osten und 25.000 aus Somalia.

Das Bildungsniveau der ersten Generation der muslimischen Einwanderer war eher gering. Erst später begann der Bau von heute 400 Moscheen. Man-che Menschen der zweiten und dritten „Gastarbeitergeneration“ sind stark zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen. Sie rutschen ab in Drogengeschäfte und Kriminalität. In einigen Städten stellt diese Entwicklung ein ernsthaftes Problem dar. Mehr und mehr Menschen der zweiten und dritten Generation sagen jedoch: „Ob ich Türke, Marokkaner oder Holländer bin, weiß ich nicht. Aber ich bin Muslim, das gibt mir eine Identität, auf die ich stolz bin!“ Einige dieser jungen Muslime organisieren sich und betrachten den Glauben ihrer Eltern nur noch als Kulturislam. In Jugend- und Studentenvereinen möchten sie eine moderne europäisch-islamische Identität entwickeln. Mit Websites im Internet, Büchern und Dialogveranstaltungen werben sie bei Nicht-Muslimen um Sympathie. Bisweilen wird der Islam auch polemisch als die einzige und beste Alternative für die wertepluralistische niederländische Gesellschaft präsentiert.

Die holländischen Kirchen fragen sich, warum bis heute so wenige Muslime die Nachfolge Jesus und die Gemeinschaft der christlichen Gemeinden als Alternative betrachtet haben, um ihre Zukunft zu gestalten. Von Anfang an haben Gemeinden versucht, Muslimen das Evangelium weiterzusagen. Kinder- und Jugendarbeit, sowie Bibelverteilaktionen gab es für Muslime recht häufig. Manchmal hatte aber auch nur ein Teil einer Gemeinde den aufrichtigen Wunsch, Gott gemeinsam mit Türken, Marokkanern und Iranern anzubeten. Manche Muslime haben sich daraufhin zurückgezogen.

Zwischen 1.000 und 1.500 Muslime haben sich in den vergangenen 30 Jahren in Holland taufen lassen. Eine iranische Gemeinde entstand, ebenso einige Bibelstudiengruppen auf Arabisch, Türkisch, Farsi (Persisch) und Dari. Die meisten dieser Gläubigen sind daneben auch Mitglied einer holländischen Reformierten oder Evangelischen Kirche, die unter Muslimen arbeiten.

Cees Rentier, Evangelie & Moslims (Mission der Re-formierten Kirchen unter Muslimen in den Niederlanden)

Gebetsanliegen:

  • Opferbereitschaft und Treue in den Reformierten und Evangelischen Kirchen, um Muslime für Jesus zu gewinnen und ihnen die Familie zu ersetzen. Bereitschaft zum Sprachstudium und dem Aufbau von dauerhaften Freundschaften.
  • Bewahrung und Jüngerschaftsschulungen für die Gläubigen von islamischem Hintergrund. Viele wenden sich einige Jahre nach der Bekehrung wieder ab.
  • Dank sei Gott für die evangelistische Arbeit in der Vergangenheit. Möge Gott den Gemeinden angesichts der neuen Herausforderung der zweiten und dritten Generation helfen, Muslimen ein verständliches Zeugnis von der Hoffnung zu geben, die sie in Ihm haben.