Liebe Freunde und Beter!

Wenn sich der Sommer hierzulande dem Ende zuneigt, beginnt für Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan. Muslime fasten, weil sie damit der Herabsendung des Korans gedenken, der heiligen Schrift des Islam. Der Islam wurde von Muhammad ab dem Jahr 610 in Mekka und Medina verkündet.
Der Ramadan beginnt an dem Tag des 9. Monats, an dem die Neumondsichel offiziell gesichtet wird. Dann beginnen alle Männer und Frauen ab der Pubertät von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang 30 Tage lang zu fasten. Essen und Trinken, Parfüm, Zigaretten und Intimität sind während der Tageshelle verboten. Aber auch der tägliche Umgang zwischen den Menschen soll von der Ausrichtung auf Allah, vom Koranstudium, dem Moscheebesuch und der Beherrschung der menschlichen Bedürfnisse geprägt sein.

Die Zeit des Fastenmonats gilt auch als Zeit der Besinnung auf die Güte Gottes und die Solidarität mit den Armen. Daher werden in islamischen Ländern an den Abenden große Tische aufgestellt, an denen Bedürftige von der Gemeinschaft verköstigt werden. Viele Spenden machen das möglich. In Europa wird in den Moscheen abends zum Fastenbrechen häufig eine Mahlzeit angeboten.

Das Fasten ist eine der „Fünf Säulen“ des Islam und damit für den Einzelnen im Prinzip unverzichtbar. Auch wer nicht die ganzen 30 Tage des Fastens einhält, wird vielleicht eine Woche oder die letzten Tage des Ramadan halten und anschließend mit seiner Familie das „Fest des Fastenbrechens“ (im Türkischen: das „Zuckerfest“) feiern. Im Zuge der zunehmenden Islamisierung und des Erstarkens des Islamismus wird auch die Erwartung, ja mancherorts der Druck, zu fasten, größer. Auch Christen erleben als Minderheit in islamischen Ländern nicht selten diesen Druck mit. Es ist ihnen meist verboten, im Ramadan öffentlich zu essen oder zu trinken und damit das Fasten zu stören; an manchen Orten kommt es leicht zu Ausbrüchen von Intoleranz oder sogar Gewalt.

Auch in Deutschland halten viele Muslime den Ramadan ein. Viele Kinder sind eifrig dabei, schon einige Tage mitzufasten und vor dem Sonnenaufgang noch einmal aufzustehen und die letzte Mahlzeit einzunehmen, bevor wieder ein langer Fastentag folgt. Nicht immer ist der Schultag danach gut zu bewältigen, zumal die Fastentage im Sommer in Mitteleuropa viel länger sind als in Kairo oder Teheran.

Die Glaubensüberzeugung und das hingegebene Fasten vieler Muslime ist für Christen eine besondere Herausforderung zum Gespräch, zur Begegnung und auch zum Gebet. Dieses Gebetsheft will dazu ermutigen, Muslime und ihren Glauben besser kennen- und verstehen zu lernen und im Gebet für sie ebenso einzutreten wie für die christliche Minderheit. Besonders Konvertiten zum Christentum haben mit mancherlei gesellschaftlichen Nachteilen zu rechnen, ja sind mancherorts regelrecht bedroht. Danke, dass Sie sich an der Gebetsaktion „30 Tage Gebet“ beteiligen!

Christine Schirrmacher für den „Arbeitskreis Islam“ der Deutschen Evangelischen Allianz