Liebe Freunde und Beter!

Der Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan liegt dieses Mal im August, also einer warmen Jahreszeit mit einer langen Taghelle. Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondjahres, das nur 354 Tage hat. Daher wandert der Ramadan im Vergleich zur westlichen Zeitrechnung jedes Jahr zehn bis elf Tage nach vorne. Die langen Tage stellen besonders hohe Herausforderungen an die Fastenden, denn alle Männer und Frauen ab der Pubertät, die nicht krank oder auf Reisen sind, sind zum Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang aufgefordert. Ja, auch Getränke sind in dieser Zeit verboten.
Die einzelnen Artikel dieses Gebetsheftes sind je einem Tag des 30tägigen islamischen Fastenmonats Ramadan zugeordnet, damit Christen im Gebet mit ganz konkreten Anliegen für Muslime eintreten können. Muslime glauben, dass der Koran im Monat Ramadan auf Muhammad herabgesandt worden ist (Sure 2,185). Im Gedenken daran fasten Muslime und sollen auch auf Zigaretten und Parfüm, auf Intimität und nach Möglichkeit auch auf Medikamente verzichten, unangemessenes Reden und unmoralisches Handeln jedweder Art unterlassen und Freundlichkeit, Großzügigkeit gegen die Armen und Versöhnungsbereitschaft zeigen.
Der Ramadan ist auch eine Zeit der Prüfung, in der der Gläubige sich als gehorsamer Diener Allahs erweisen kann, indem er das Fastengebot einhält. Den Ramadan absichtlich zu missachten, gilt als schwere Sünde. Alte Menschen können zusätzliche Almosen spenden oder einen Verwandten bitten, stellvertretend für sie Fastentage zu leisten. Kinder sollen mit etwa sieben Jahren mit einem oder zwei Tagen Fasten beginnen, es in den kommenden Jahren auf eine Woche ausdehnen und mit Abschluß der Pubertät die vollen 30 Tage halten.
Viele Muslime studieren im Monat Ramadan den Koran oder doch zumindest einen Teil davon, besuchen die Moschee und hoffen auf Sündenvergebung, die insbesondere die Überlieferung verheißt. Besondere Bedeutung hat die Nacht vom 26. auf den 27. Ramadan, die „Nacht der Kraft“ oder die „Nacht der Macht“ (Sure 97,1). Diese Nacht gilt nach überwiegender Meinung als der wahrscheinlichste Zeitpunkt der Herabsendung des Korans innerhalb des Monats Ramadan und soll daher von „Heil und Segen“ erfüllt sein (Surre 97,5). Am Ende des Ramadan wird mit besonderen Speisen, Besuchen, Geschenken an die Armen und die Kinder das „Fest des Fastenbrechens“ gefeiert, das zweitgrößte Fest nach dem Opferfest, das an die Opferung von Abrahams Sohn erinnert.
Während des Ramadan beten Christen verschiedener Konfessionen in vielen Ländern der Erde für Muslime in ihrer Nachbarschaft, in Europa und weltweit. Muslime glauben an Allah als ihren Schöpfer und Richter, der sie am Ende der Tage für alles Tun zur Verantwortung ziehen wird. Weil er aber allmächtig und in seiner Herrschaft und Macht unbeschränkt und absolut frei ist, hofft der Gläubige auf seine Vergebung und darauf, dass seine verdienstvollen Werke auf der Waage im Gericht seine schlechten überwiegen werden, damit er ins Paradies eintreten kann.
Die meisten Muslime, von denen wir Ihnen in diesem Heft einige Gruppen vorstellen möchten, haben noch wenig oder gar nichts vom Evangelium von Jesus Christus gehört, der jedem Menschen seine Liebe und die Gewissheit der Vergebung schenken will. Gott kann Türen und Menschenherzen öffnen, damit viele Muslime Jesus als Erlöser kennenlernen.
Christine Schirrmacher für den „Arbeitskreis Islam“ der Deutschen Evangelischen Allianz