Nordafrika/Naher Osten: Arabischer Frühlung?
"Arabischer Frühling und christlicher Winter"
AKREF – Das katholische Hilfswerk „KIRCHE IN NOT“ beging das 9. Pater-Werenfried-Jahresgedenken in Köln. *
Beim Podiumsgespräch mit katholischen Medienvertretern ging es u.a. um eine Rückbesinnung auf die Botschaft des Evangeliums und die Authentizität des christlichen Glaubens. Journalisten säkularer und kirchlicher Medien haben dieses bei einem Podiumsgespräch im Rahmen des Jahresgedenkens so gar gefordert, schreibt „Kirche in Not.“
Der SPIEGEL-Redakteur und Autor Matthias Matussek sagte, dass man “in ein Schwarzes Loch” spreche, weil Gott in der Gesellschaft keine Rolle mehr spiele.
Im Mittelpunkt eines weiteren Podiumsgesprächs des Jahresgedenkens standen Ursachen und Folgen des Arabischen Frühlings zur Sprache. „Hauptgründe der Umbrüche in den Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas seien vor allem der Wunsch nach mehr Freiheit und Würde sowie einem Wechsel der Regime gewesen, die zum Teil seit 40 Jahren regiert hätten“, erklärte der Erzbischof von Algier, Ghaleb Bader. Gleichzeitig fürchteten die Christen in der Region, dass sich ihre Lage verschlechtere und sie nicht mehr in Sicherheit leben könnten. Das Beispiel der irakischen Christen mache allen Christen im Nahen Osten Angst, so Bader. Zu Hunderttausenden sind Christen aus dem Irak geflohen, da es bereits zahlreiche Attentate auf Kirchen und Christen im Land gegeben hat.
Weiter heißt es: „Mit Blick auf die Gewalt gegen Demonstranten in Syrien sagte der maronitische Bischof Samir Mazloum aus dem Libanon, dass Minderheiten, die keine sunnitische Muslime seien, sich davor fürchten, was nach einem möglichen Ende des Assad-Regimes käme: Es könnte eine Regierung sein, die die Menschenrechte akzeptiere, aber ebenso gut ein politisch noch strengeres und religiös fundamentalistisches Regime.“
„Es sei nicht nur ein Arabischer Frühling, sondern auch ein christlicher Winter“, fasste die CDU-Bundestagsabgeordnete Ute Granold die Lage der Christen in der Region zusammen. Die Leiterin des Stephanuskreises – ein Zusammenschluss von Politikern der CSU/CSU-Bundestagsfraktion, der sich für den Schutz der Religionsfreiheit einsetzt – sagte, dass Ägypten nach der Wahl “zu kippen” drohe. Es erfülle sie mit Sorge, dass die Muslimbruderschaft als Wahlsieger hervorgegangen sei und die radikal islamischen Salafisten stark im neuen Parlament vertreten seien.
Pater Dr. Andrzej Halemba, Länderreferent für den Nahen Osten bei KIRCHE IN NOT, berichtete von zunehmender Gewalt gegenüber Christen, vor allem im Irak. Gleichzeitig ist er dennoch überzeugt, dass der Arabische Frühling auch Hoffnung für die Christen in der Region bedeuten könne, denn es gebe viele moderate Muslime sowie Treffen und Kooperationen von muslimischen und christlichen Geistlichen.
Zum Schluss rief Kardinal Meissner beim Gottesdienst im Kölner Dom zum Gebet für die verfolgten Glaubensgeschwister auf.
* Pater Warenfried war der Begründer vom Hilfswerk "Kirche in Not"



