03.02.2012

Mexiko: Missionarsehepaar ausgeraubt und erdrosselt

Drogenkartelle machen Regionen unsicher und bedrohen christliche Arbeit

Monterrey (idea) – In Mexiko ist ein US-amerikanisches Missionsehepaar ausgeraubt und umgebracht worden. Als Täter werden Mitglieder eines Drogenkartells verdächtigt. Der 76-jährige Baptistenpastor John Casias und seine Frau Wanda (67) wurden am 31. Januar in ihrem Anwesen im nordmexikanischen Monterrey von ihrem Sohn Shawn erdrosselt aufgefunden. Die Missionare, die seit fast 30 Jahren in Mexiko tätig waren, wurden mit Elektrokabeln erwürgt. Die Täter nahmen zwei Computer, einen Flachbildfernseher und einen Tresor mit, der aus der Wand gemeißelt worden war. Alle Überwachungskameras waren deaktiviert. Außerdem ist das Auto der Missionare verschwunden. Das Paar leitete die Fundamentalistische Unabhängige Baptistengemeinde im nahegelegenen Santiago. Nach Angaben ihrer entsendenden Heimatgemeinde in Lewisville (US-Bundesstaat Texas) waren sich die Missionare der Gefahr durch Drogenkartelle bewusst; sie wollten jedoch die ihnen anvertrauten Menschen nicht im Stich lassen. Bereits im Januar 2011 waren US-Missionare in der Nähe der mexikanischen Grenzstadt Reynosa beschossen worden. Dabei erlag die 59-jährige Nancy Davies ihren Kopfverletzungen, während ihr Ehemann Sam überlebte. Das Paar hatte eine illegale Straßensperre missachtet und war unter Beschuss genommen worden.

Missionar: Morde sind an der Tagesordnung

Nach Angaben des in Mexiko tätigen Missionswerks E3 Partners (Plano/US-Bundesstaat Texas) machen Kämpfe zwischen Drogenkartellen die Arbeit besonders in Nordmexiko fast unmöglich. Morde seien an der Tagesordnung, berichtete der Mitarbeiter Todd Szalkowski aus der Gegend um Reynosa. Fast jede Familie sei von den Verbrechen betroffen, teilte er dem Informationsdienst Mission Network News (Grand Rapids/US-Bundesstaat Michigan) mit. Viele Menschen seien verschwunden. Aus Angst vor Überfällen hätten es evangelikale Frauengruppen nicht gewagt, zu einer Glaubenskonferenz in Guadalajara zu reisen. Doch seien die Verbreitung des Evangeliums und die dadurch hervorgerufene innere Veränderung von Menschen das einzige dauerhaft wirksame Mittel gegen die grassierende Gewalt. Von den 110,6 Millionen Einwohnern Mexikos bezeichnen sich 95 Prozent als Christen; der Rest besteht aus Konfessionslosen (3,6 Prozent), Anhängern von Stammesreligionen (1,2 Prozent) und kleinen Gruppen anderer Religionen. Katholiken stellen 87,6 Prozent der Bevölkerung, Protestanten 7,4 Prozent.