01.01.2018

Indonesien: Haftstrafen von 9.000 Christen verringert

Haftzeit des früheren Gouverneurs Purnama wurde um 15 Tage gekürzt

Jakarta (idea) – Die indonesische Regierung hat zu Weihnachten die Strafen von mehr als 9.000 christlichen Häftlingen verringert. Das berichtet der vatikanische Pressedienst Fides. 175 Christen, die wegen geringfügiger Taten verurteilt wurden, sollen freigelassen worden sein. Ein minimaler Straferlass betrifft demzufolge auch den früheren Gouverneur der Hauptstadtregion Jakarta, den christlichen Politiker Basuki Tjahaja Purnama. Seine Haftzeit wurde um 15 Tage gekürzt. Purnama war am 9. Mai 2017 zu zwei Jahren Gefängnis wegen angeblicher Blasphemie verurteilt worden, weil er den Islam beleidigt haben soll. Er hatte im Wahlkampf erklärt, der Koran verbiete es Muslimen nicht, für einen Nichtmuslim zu stimmen. Purnama wurde daraufhin von Islamisten angezeigt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea benannten ihn als „Gefangenen des Monats Juni“. Zu Weihnachten waren Fides zufolge in dem muslimisch geprägten Land rund 180.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um Christen vor Anschlägen durch Islamisten zu schützen. Von den über 260 Millionen Einwohnern Indonesiens sind 87 Prozent Muslime und neun Prozent Christen.