10.02.2018

China: Aus Kirchen und Hausgemeinden

Eine Gruppe von protestantischen Christen verurteilt

[RFA] In der Nähe von Lincan-City in der Provinz Yunnan ist eine Gruppe von 6 protestantischen Christen zu Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt worden. Die Behörden warfen diesen Leuten vor, sie würden mit einer Sekte kooperieren, die von der Partei als ein sogenannter „böser Kult“ bekannt sei, der die Arbeit der Regierung unterminieren wolle. Eine solche Verbindung wurde aber von den Verurteilten vehement bestritten und deshalb wollen deren Anwälte in Berufung gehen.

Höchst seltsame Vorgänge in der katholischen Kirche

[CZ] Der 88-jährige Bischof ZHUANG der Untergrundkirche in Shantou konnte seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Nicht nur die Regierung Chinas verlangte von ihm, von seinem Amt zurückzutreten, sondern auch eine offizielle Abordnung des Vatikans. Der Grund war aber nicht sein hohes Alter, sondern der Wunsch des Vatikans, einen nach den bisher gültigen Regeln illegitim, d. h. nur von Peking anerkannten und geweihten Bischof an seine Stelle zu setzen. Dasselbe geschah auch in Mindong, wo auf Anordnung des Vatikans der exkommunizierte und ebenfalls illegitime Bischof ZHAN Silu den vom Vatikan anerkannten Bischof GUO Xijin als Leiter der Diözese ablösen soll. Doch es gibt bisher weder einen Hinweis darauf, dass der Vatikan sich mit der Regierung Chinas endgültig per Vertrag über das künftige Verhältnis verständigt haben sollte, noch gibt es konkrete Erklärungen für diese Schritte. Dies auch trotz harter Kritik in den Medien und trotz einem recht emotionalen Interview von Kardinal ZEN von Hong Kong, der früher keine Gelegenheit ausgelassen hat, gegen die chinesischen Behörden zu wettern und der in dieser Sache nun dem Papst einen entsprechenden Brief persönlich überreichte. Der Oberdiplomat des Vatikans, Kardinal Paolin, sagte lediglich in einem Interview, dieses Handeln des Vatikans „entspreche nicht weltlicher Logik“.

Allem Anschein nach waren weder die Untergrundkirchen noch die offizielle katholische Kirche Chinas in die Beratungen mit einbezogen worden. Da zuverlässige Informationen über die Verhandlungen des Vatikans mit Peking nicht zugänglich sind, verlieren die Untergrundkirchen jegliches Vertrauen in die Verhandlungsdelegation des Vatikans. Sie sind vielmehr verwirrt, enttäuscht und traurig und fühlen sich vom Vatikan verraten und verkauft. Dieses Handeln macht selbst diejenigen traurig, die ursprünglich diesen geheimen Verhandlungen positiv gegenüber gestanden sind. Es besteht die Gefahr, dass sich der Vatikan mit Peking arrangiert, und dass sich deshalb die Untergrundkirche aufspalten könnte in eine Vatikan-treue und eine vom Vatikan enttäuschte Kirche. Eine solche abgespaltene Untergrundkirche würde aber dann erst recht zum Freiwild für die chinesische Regierung.

Kreuze wieder angebracht

[WM] In den vergangenen drei Jahren wurden durch die Behörden in der Provinz Zhejiang rund 2.000 Kreuze offizieller Kirchen und Hausgemeinden abgenommen. Am 23. Dezember haben Gemeindeglieder von drei Gemeinden in Wenzhou auf ihren Kirchen nun erneut ein Kreuz angebracht. Sicherheitshalber haben sie auch eine Bewachung rund um die Uhr eingerichtet und bisher ist es nicht zu Maßnahmen der Behörden gekommen.

China Interessen in Israel

[CPI] Bereits seit vielen Jahren verstärkt China weitgehend unbemerkt von der westlichen Öffentlichkeit seinen Einfluss in Israel. Dies ist umso bemerkenswerter, da China immer noch stark abhängig ist von den Öllieferungen aus den arabischen Ländern. So betrugen die chinesischen Investitionen in Israel im Jahr 1992 als die diplomatischen Beziehungen eröffnet wurden nur 50 Mio. USD, doch im Jahr 2016 wurden schon 16,5 Mrd. USD erreicht. Nun sind bereits Diskussionen im Gange, eine „Red-Mid-Railway“ zu bauen, d. h. eine Bahnlinie von Eilat am Roten Meer nach Ashdod am Mittelmeer, um den Engpass am Suezkanal zu umgehen. Der Hafen von Ashdod wird bereits von einem chinesischen Investor für 1 Mrd. USD ausgebaut. Die Verbindung Eilat – Ashdod würde auch den Gütertransport von China nach dem Hafen von Piräus, der ja bereits in chinesischen Händen ist, wesentlich erleichtern. Bereits seit 2016 existiert ein Freihandelsabkommen zwischen Israel und China und so wird der Einfluss Chinas in Israel noch stärker zunehmen.

Quelle: China – Informationen 2018 - 04