02.02.2012

Bangladesch: Frau eines christlichen Lehrers verprügelt

Sprachlehrer ist Mitarbeiter von Open Doors -Verfolgungsdruck auf ehemalige Muslime hoch

(Open Doors) - Im südasiatischen Bangladesch haben muslimische Dorfbewohner die Frau eines Lehrers und Mitarbeiters von Open Doors verprügelt. Der Übergriff ereignete sich nach Informationen des Hilfswerkes für verfolgte Christen am 29. Januar in einer Ortschaft im Bezirk Kushtia im Nordwesten des Landes. Die Frau, deren Name und derzeitiger Aufenthaltsort aus Sicherheitsgründen ungenannt bleiben, wurde mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Sie konnte die Klinik am darauffolgenden Tag wieder verlassen.

Motiv: Evangelium verkündet

Ihr Ehemann ist für Open Doors als Lehrer in einem Alphabetisierungsprogramm tätig. Zum Zeitpunkt des Angriffs auf seine Frau war er nicht zu Hause. "Die Männer schlugen mehrere Male auf die Frau ein, offenbar wegen der Arbeit ihres Mannes, und weil sie mit anderen Dorfbewohnern über ihren christlichen Glauben spricht", erklärte ein einheimischer Mitarbeiter von Open Doors. "Bislang konnten wir das Paar noch nicht besuchen, aber wir stehen mit ihnen in Kontakt. Bitte betet für ihre Genesung und ihre Sicherheit." Open Doors führt an 50 Orten in Bangladesch Alphabetisierungskurse durch, hauptsächlich in den westlichen Landesteilen. Zu Beginn des Programmes im Jahr 2008 wurden Schulungsleiter ausgebildet, wobei Gemeinden verschiedener Konfessionen Lehrer aus ihrer Mitte als Freiwillige benennen durften.

Hintergrund Bangladesch

Das muslimisch geprägte Land belegt auf dem Weltverfolgungsindex 2012 von Open Doors Platz 49. Weniger als ein Prozent unter den mehr als 150 Millionen Einwohnern sind Christen. Sie gehören nahezu 32 verschiedenen Denominationen an, überwiegend evangelischen Gemeinden. Der Verfolgungsdruck geht hauptsächlich von führenden muslimischen Geistlichen und Dorfbewohnern aus, denen das Wachstum christlicher Gemeinden missfällt.

Die Verfassung von Bangladesch erklärt den Islam zur Staatsreligion. Christen dürfen ihren Glauben im Allgemeinen praktizieren, doch insbesondere Konvertiten aus dem Islam müssen jederzeit damit rechnen, dass örtliche Behörden oder Teile der Gesellschaft Gottesdienste von Christen muslimischer Herkunft stören, einzelne Christen unter Druck setzen oder tätlich angreifen.