11.01.2018

Äthiopien: Mennoniten bleiben ohne offizielle Anklage in Haft

Sieben Christen inhaftiert wegen „Gebet gegen die Regierung“

Addis Abeba (idea) – In Äthiopien sind sieben Christen verhaftet worden. Die Behörden werfen ihnen vor, gegen die Regierung gebetet zu haben. Das meldet der christliche Informationsdienst World Watch Monitor. Demnach ereignete sich der Vorfall bei Chagni, südwestlich des Tanasees. Die Christen – alle Mitglieder der mennonitischen „Meserete Kiristos Kirche“ – stiegen auf einen Berg, um zu beten. Eine örtliche Miliz folgte ihnen und belauschte sie. Als die Christen „gegen die Macht Satans und seines Reichs“ – eine übliche Formulierung in evangelikalen Kirchen in Äthiopien – beteten, wurden sie unter dem Vorwurf, gegen die Regierung gebetet zu haben, festgenommen. Eine erste Anhörung habe am 2. Januar stattgefunden, so der Informationsdienst. Das Gericht habe einen Kautionsantrag abgelehnt, so dass die Männer weiter in Haft sind. Es gebe noch keine offizielle Anklage. Äthiopien ist mit rund 100 Millionen Einwohnern das afrikanische Land mit der zweithöchsten Bevölkerung. 44 Prozent sind äthiopisch-orthodox, 34 Prozent muslimisch und 18 Prozent evangelisch. Die mennonitische „Meserete Kiristos Kirche“ hat über 250.000 getaufte Mitglieder.