14.02.2018

Ägypten: Mörder eines koptischen Priesters zum Tode verurteilt

Der Täter betrachtet die Attacke als „eine religiöse Pflicht“

Kairo (idea) – Ein ägyptisches Strafgericht hat den Mörder eines koptisch-orthodoxen Priesters am 12. Februar in Kairo zum Tode verurteilt. Damit bestätigt es das vorläufige Todesurteil vom November 2017. Zuvor hatte auch der Großmufti Schawki Ibrahim Allam (Kairo) seine Zustimmung zum Strafmaß gegeben. Bei Urteilen dieser Art sieht das ägyptische Recht eine Prüfung durch ihn vor. Seine Stellungnahme ist aber nicht bindend für die endgültige Entscheidung des Gerichts. Der Angeklagte, Ahmed al-Sonbati (19), soll am 12. Oktober den koptischen Priester Samaan Shehata (45) mit einem Messer getötet und einen weiteren Geistlichen, Benjamin Moftan, verletzt haben. Der Vorfall ereignete sich im nordöstlichen Kairoer Vorort al-Salam. Wie das Nachrichtenmagazin „Egypt Today“ berichtet, soll der Priester dort Spendengelder für seine Diözese im Gouvernement Beni Suef gesammelt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Täter sein Opfer nicht persönlich gekannt. al-Sonbati habe den Priester aufgrund seiner koptischen Tracht attackiert. Als Begründung für seine Tat habe er gesagt: „Christen sind Ungläubige und ihre Tötung ist eine religiöse Pflicht.“ Al-Sonbati kann gegen das Todesurteil Berufung einlegen. Die koptische Kirche ist die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Angaben über ihre Mitgliederzahl schwanken zwischen sieben und über zehn Millionen der rund 95 Millionen Einwohner.