Arbeitskreis Religionsfreiheit - Menschenrechte - Verfolgte Christen

Die Nöte von verfolgten Christen weltweit werden von Mitgliedern des dafür eingesetzten Arbeitskreises (AKREF) recherchiert und gesammelt, um für diese Geschwister auch einzutreten – vor Gott im Gebet und vor den Menschen mit Petitionen und Fürsprache auf den verschiedensten Ebenen.

Der Arbeitskreis arbeitet mit anderen Organisationen in diesem Sinne zusammen. Der AKREF erarbeitet neben den regelmäßigen AKREF-Nachrichten und -Gebetsanliegen eine jährliche Dokumentation sowie eine ausführliche Vorlage für den internationalen Gebetstag für verfolgte Christen jährlich an einem der beiden ersten Sonntage im November. Mitglieder des Arbeitskreises sind auch zu Diensten in Allianzen und Gemeinden bereit.

Der Einsatz gegen die Unterdrückung der Religionsfreiheit ist der Evangelischen Allianz schon in die Wiege gelegt worden. Bereits bei den ersten internationalen Konferenzen im 19. Jh. spielte die Religionsfreiheit eine zentrale Rolle.

Man setzte sich für verfolgte Christen anderer Konfessionen ein, aber auch damals schon für Bahai und Zeugen Jehovas! 1870 besuchte eine hochrangige internationale Kommission den türkischen Sultan und erreichte wesentliche Erleichterungen für einheimische Kirchen. Zur gleichen Zeit setzte sich eine andere Kommission beim russischen Zar gegen die Unterdrückung der Evangelischen im Baltikum ein. Seit über 160 Jahren ist die Evangelische Allianz nicht nur ein Zusammenschluss von Christen, sondern auch eine der ältesten Menschenrechtsorganisationen.

Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) hat deswegen eine eigene Kommission für Religionsfreiheit (Religious Liberty Comission, RLC) eingerichtet, die seit 1997 auch einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen besitzt und jährlich offizielle Berichte an die UNESCO übergibt. Das Ziel der Kommission ist es, in Zusammenarbeit mit den 128 nationalen Evangelischen Allianzen für Religionsfreiheit im Sinne von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung für Menschenrechte einzutreten, sowohl durch Mobilisierung von Christen im Gebet, als auch im Informieren von Regierungen, der säkularen Presse und durch die Zusammenarbeit mit anderen Menschenrechtsorganisationen. Die Kommission hat 12 Mitglieder aus allen Erdteilen und 20 führende Politiker aus aller Welt als Berater. Für Mitteleuropa ist dort Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher aktiv, als Berater der Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe. Direktor ist der Pfarrer der finnisch-lutherischen Staatskirche Johan Candelin, Vorsitzender der Rechtsanwalt und Parlamentsabgeordnete John Langlois von der Kanalinsel Guernsey.

Der jährliche Weltweite Gebetstag für die verfolgte Christen im November ist das Herzstück der Arbeit. Daneben informiert die RLC regelmäßig ca. 2.300 Parlamentarier in aller Welt mit recherchierten Hintergrundberichten über aktuelle Fälle von Christenverfolgung und Zerstörung der Religionsfreiheit. Außerdem gibt es einen regelmäßig versandten weltweiten email-Gebetsinformationsdienst.

Nachdem auch in Deutschland der Weltweite Gebetstag für die verfolgten Christen jährlich von einer Arbeitsgruppe in der Deutschen Evangelischen Allianz vorbereitet wurde, hat der Hauptvorstand im Jahr 2000 die Einrichtung eines „Arbeitskreises Religionsfreiheit – Menschenrechte – Einsatz für verfolgte Christen“ eingerichtet und als Mitglieder Pastoren, Menschenrechtler und Politiker berufen.
Kernstück bleibt das Gebet. Das Vorbereitungsheft für den jährlichen Gebetssonntag am zweiten Sonntag im November wird allen Gemeinden und Christen zur Verfügung gestellt. Wir bitten christliche Gemeinden an diesem Sonntag einen Gottesdienst zu diesem Thema durchzuführen. Daneben stellen wir regelmäßig die wichtigsten Ereignisse und Gebetsanliegen in deutscher Sprache per e-mail einem wachsenden Kreis von Betern zur Verfügung. Daneben stehen Veröffentlichungen, Teilnahme an Konferenzen und Hearings und die Information von Entscheidungsträgern auf dem Programm. Dabei will der Arbeitskreis nicht die verdienstvolle Arbeit von Menschenrechtsorganisationen und für verfolgte Christen arbeitende Missionswerke ersetzen (z. B. Hilfsaktion Märtyrerkirche, Offene Grenzen, Christian Solidarity International, Hoffnungszeichen, Aktionskomitee für verfolgte Christen, Gebende Hände), sondern Christen mobilisieren, die diese alleine nicht erreichen können, sowie den Einfluss einsetzen, den Christen nur haben können, wenn sie gemeinsam und geschlossen auftreten.