Ein Zeitpunkt mit Potential...
Am 15. Oktober 2004 starteten die Weltweite Evangelische Allianz und das Micha-Netzwerk die internationale Kampagne „Micah Challenge“. Der so genannte „Micah Call“ formuliert die Vision von „Micah Challenge“ so:
„Wenn Absichtserklärungen von führenden Politikern etwas von dem anklingen lassen, was den biblischen Propheten ein Anliegen war und was Jesus über die Armen lehrte, und wenn wir die Mittel haben, die weltweite Armut wesentlich zu reduzieren, erleben wir einen Zeitpunkt der gegenwärtigen Geschichte mit einem einzigartigen Potential.
Wir verpflichten uns als Nachfolger von Jesus Christus, auf eine umfassende Veränderung unserer Umgebung hinzuarbeiten, nach Gerechtigkeit zu streben, leidenschaftlich Barmherzigkeit zu praktizieren und demütig vor Gott zu wandeln. (Micha 6,8)
Wir fordern internationale und nationale Entscheidungsträger, sowohl der reichen als auch der armen Nationen auf, ihr öffentliches Versprechen zur Erreichung der Millenniumentwicklungsziele einzuhalten und dadurch die Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren.
Wir rufen Christen überall auf der Welt dazu auf, zusammen mit den Armen Hoffnungsträger im Kampf gegen die Armut zu sein. Von nationalen und internationalen Verantwortungsträgern verlangen wir Rechenschaft bezüglich ihrer Verpflichtung, sich für eine gerechtere und barmherzigere Welt einzusetzen Um dieses Anliegen zu verwirklichen arbeiten wir mit anderen, gleich gesinnten Menschen zusammen.“
Die Weltweite Evangelische Allianz ist ein Zusammenschluss von 420 Millionen evangelikalen Christinnen und Christen in 127 Ländern. Während ihrer Generalversammlung im Jahr 2001 hat sie die folgende Resolution beschlossen:
„Als eine globale Gemeinschaft von Christen, welche bestrebt ist im Gehorsam dem Wort Gottes entsprechend zu leben, erkennen wir die große Herausforderung der weltweiten Armut. Wir begrüßen die internationale Initiative welche die Halbierung der Armut bis zum Jahr 2015 zum Ziel hat. Wir verpflichten uns, durch unsere Organisationen und Kirchen, alles in unserer Macht stehende zu tun um dieses Ziel zu erreichen. Durch unsere Gebete und durch praktische Taten unterstützen wir dieses Vorhaben in unseren Ländern und Sektionen“.
Im Micha-Netzwerk sind 300 christliche Entwicklungshilfeorganisationen aus 75 Ländern miteinander verbunden. Der größte Teil ist auf der südlichen Erdhalbkugel beheimatet.
Die im Jahr 2001 verabschiedete „Erklärung zur integralen Mission“ ist Grundlage der Zusammenarbeit im Micha-Netzwerk. Ein Auszug:
„…Integrale Mission oder ganzheitliche Veränderung ist die Verkündigung und praktische Umsetzung des Evangeliums. Dies bedeutet nicht einfach, dass Evangelisation und soziales Engagement parallel erfolgen sollten. Vielmehr hat unsere Verkündigung bei integraler Mission soziale Konsequenzen, weil wir Menschen zu Liebe und Umkehr in allen Lebensbereichen aufrufen. Ebenso hat unser soziales Engagement evangelistische Konsequenzen, da wir die umwandelnde Gnade Jesu Christi bezeugen. Die Welt zu ignorieren ist Verrat am Wort Gottes, das uns zum Dienst in der Welt beauftragt. Wenn wir das Wort Gottes ignorieren, haben wir der Welt nichts zu geben…"
In vielen Ländern haben sich mittlerweile nationale Kampagnen von „Micah Challenge“ gegründet. Im Augenblick gibt es 37 Kampagnen, wobei 25 aus dem globalen Süden kommen und die Zahl insgesamt weiter wächst.
Die Deutsche Evangelische Allianz hat im Jahr 2006 die „Micha-Initiative“ begonnen. Sie knüpft damit in eigener Verantwortung an die internationale „Micah Challenge“ an.






